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Weitere Tote am Nakba-Tag Israelischer Angriff zerstört Presse-Gebäude

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Ein US-Journalist twitterte nach dem Einsturz: "Wir sind die Treppen aus der elften Etage hinuntergerannt."​

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Der tödliche Konflikt zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas tobt weiter. In einem Flüchtlingslager sterben nach einem Angriff zehn Mitglieder einer palästinensischen Familie. Ein Hochhaus, aus dem mehrere internationale Medien aus Gaza-Stadt berichten, wird ebenfalls attackiert.

Die tödliche Gewalt zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas hält unvermindert an. Die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe im Gazastreifen auch am Samstag fort. Dabei wurden unter anderem nach Angaben von Ärzten bei einem Angriff zehn Mitglieder einer einzigen Familie getötet. Auch ein Gebäude internationaler Medien nimmt die israelische Armee unter Beschuss. Das 14-stöckige Das Hochhaus sei von mehreren Raketen getroffen und zerstört worden, berichteten Journalisten. In dem Gebäude hatten unter anderem der katarische Fernsehsender Al-Jazeera und die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ihre Büros.

Nach Angaben eines AP-Journalisten wurde der Eigentümer des Hochhauses von der israelischen Armee vor dem Angriff "gewarnt", dass dieses "zum Ziel wird". Ein weiterer Korrespondent der US-Nachrichtenagentur berichtete auf Twitter: "Wir sind die Treppen aus der elften Etage hinuntergerannt."

Auch der Fernsehsender Al-Jazeera bestätigte, dass sich seine Büros in dem Gebäude befanden. Er zeigte zugleich Live-Aufnahmen von dem zusammenstürzenden Hochhaus. Die israelische Armee gab zunächst keinen Kommentar zu dem Angriff ab.

Beidseitiger Beschuss am Nakba-Tag

Trotz internationaler Vermittlungsversuche hält die schwerste Gewalteskalation seit Jahren zwischen Israel und Palästinensern in Nahost seit Tagen an. Die israelische Armee griff seit Montag rund 800 Ziele im Gazastreifen an. Radikale Palästinenser schossen ihrerseits aus dem Gazastreifen mehr als 2300 Raketen auf Israel ab.

Eine neuerliche Eskalation der Gewalt war befürchtet worden, weil die Palästinenser am heutigen Nakba-Tag der Vertreibung von Hunderttausenden Menschen infolge der israelischen Staatsgründung 1948 gedenken. So setzten militante Palästinenser im Gazastreifen auch ihre Raketenangriffe auf israelische Städte fort. In der Wüstenstadt Beerscheva im Süden Israels sowie in Grenzorten zum Gazastreifen heulten am Morgen die Warnsirenen, wie das israelische Militär mitteilte.

Erneut Opfer auf beiden Seiten

Die israelische Armee griff den Angaben zufolge weiter Ziele in dem Palästinensergebiet an. Die Luftwaffe habe mehrere Raketenabschussrampen und zwei Kampfeinheiten der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas beschossen, hieß es.

Im Flüchtlingslager Schati im Westen von Gaza ist der amtlichen palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zufolge ein Haus getroffen worden. Zehn Mitglieder einer palästinensischen Familie seien dabei getötet worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit, darunter acht Kinder. Ein fünf Monate alter Junge überlebte den Angriff demnach. "Sie haben keine Waffen getragen, sie haben keine Raketen abgefeuert", beklagte Mohammed Al Hadidi den Tod seiner vier Kinder, die unter den Opfern waren. Auch in Beit Lahia im Norden des Küstenstreifens sowie an anderen Orten sind laut Wafa Zivilisten getötet worden. Eine israelische Armeesprecherin sagte, man prüfe die Berichte.

In Ramat Gan, einem Vorort von Tel Aviv, starb bei Raketenangriffen aus dem Palästinensergebiet am Mittag nach Polizeiangaben ein 50-jähriger Israeli. In der Nacht zuvor seien rund 300 Raketen auf den Süden Israels abgefeuert worden, teilte das israelische Militär mit. Seit Ausbruch der Gewalt starben nach Behördenangaben damit zehn Menschen in Israel, mehr als 560 Menschen erlitten Verletzungen. Im Gazastreifen wurden nach Hamas-Angaben 139 Menschen getötet, darunter 39 Kinder. Etwa 950 weitere Menschen wurden verletzt.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP/dpa

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