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Wohnungen in Köln durchsucht Kein weiteres Rizin gefunden

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Experten durchsuchten weitere Wohnungen, fanden aber kein Rizin.

dpa

Der verdächtige Tunesier, der Rizin produzieren wollte, hatte Zugang zu weiteren Wohnungen in einem Kölner Hochhaus. Diese müssen untersucht werden. Die Polizei findet dabei Beweismittel, aber "nichts Spektakuläres".

Bei den erneuten Durchsuchungen in einem Kölner Hochhaus wegen eines möglicherweise geplanten Terroranschlags mit Bio-Gift haben die Ermittler kein weiteres hochgiftiges Rizin gefunden. Es seien am Freitag in den beiden Wohnungen des tatverdächtigen Tunesiers weitere mögliche Beweismittel beschlagnahmt worden. Dabei sei aber nach jetzigem Wissensstand "nichts Spektakuläres", sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Die Beweismittel müssten natürlich in den nächsten Tagen genauer untersucht werden.

Hintergrund der erneuten Durchsuchungsaktion war, dass ein Wohnungsschlüssel des Tunesiers auch auf sechs weitere Wohnungen in dem Haus passte, die leer stehen. Theoretisch hätte der Verdächtige auch dort Rizin für einen Anschlag züchten können. Es habe sich sogar ergeben, dass der Schlüssel zusätzlich noch auf zehn weitere Wohnungen in dem Hauskomplex passte. Auch diese Wohnungen seien am Freitag durchsucht worden, aber auch hier ohne Ergebnis.

Der Verdächtige sitze in einem Gefängnis in Nordrhein-Westfalen, hieß es weiter. Ob er ausgesagt hat, wollte der Sprecher nicht kommentieren. Der verhaftete 29-Jährige soll rund 1000 Rizinus-Samen und eine elektrische Kaffeemühle im Internet bestellt und daraus seit mehreren Wochen biologische Waffen - vermutlich Rizin-Pulver - hergestellt haben. In einer seiner beiden Wohnungen waren rizinhaltige Substanzen gefunden worden.

Laut einem Zeitungsbericht hatte sich der Tunesier, Sief Allah H., durch seine Ausreiseversuche zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verraten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz war bereits im April 2017 wegen der Ausreisepläne auf den 29-Jährigen aufmerksam geworden. Dies berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Der "Spiegel" schreibt, Allah H. habe bei seinen Ausreiseversuchen wahrscheinlich auch Unterstützung durch Anhänger des IS gehabt. Die Reise des 29-Jährigen sei aber jeweils in der Türkei gescheitert. Die türkischen Behörden hätten die deutschen Kollegen informiert. Dennoch sei weder ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet, noch sei er als islamistischer Gefährder eingestuft worden. Eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums nahm dazu keine Stellung und verwies auf die Bundesanwaltschaft. Diese wollte den Bericht nicht kommentieren.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP/dpa

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