Politik

Alte Menschen leiden unter Hitze Lauterbach fordert Klimatechnik in der Pflege

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Jeder Supermarkt ist besser klimatisiert als die meisten Pflegeeinrichtungen, bemängelt SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Hitze macht allen zu schaffen. Bedrohlich sind die hohen Temperaturen aber vor allem für alte und kranke Menschen. Aus der SPD kommt nun die Initiative, Altenheime und Krankenhäuser bei der Ausstattung mit Klimaanlagen zu unterstützen. Die Pflegebranche nimmt den Vorschlag dankbar auf.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts der jüngsten Hitzewelle mehr Klimaanlagen für Altenheime und Krankenhäuser. Lauterbach mahnte in der "Bild"-Zeitung: "Wir müssen in der Pflege dringend auf die immer extremeren Hitzewellen reagieren."

Der Bewerber auf den SPD-Vorsitz sagte: "Es kann nicht sein, dass jeder Supermarkt auf Kühlschrank-Niveau gekühlt ist und gleichzeitig die Menschen in Altenheimen und Krankenhäusern sterben, weil es dort kaum Klimaanlagen gibt. Das muss sich ändern, da müssen Länder und Kommunen die Einrichtungen unterstützen."

Der Geschäftsführer des Verbands katholischer Altenhilfe, Andreas Wedeking, forderte ebenfalls mehr Unterstützung. "Eine finanziell vom Staat unterstützte Klimaanlagen-Pflicht für Pflegeheime, Betreuungseinrichtungen und Krankenhäuser wäre ein Gewinn für alle Beteiligten: Bewohner, Personal, Angehörige." Zu dem Verband gehören 900 Einrichtungen mit 80.000 Bewohnern.

Regierung rechnet mit mehr Hitzetoten

Jüngst hatte sich bereits die Krankenhausgesellschaft NRW zum Hitzeproblem in Krankenzimmern geäußert: "Sicherlich wäre eine Klimatechnik in den Patientenzimmern wünschenswert", sagte ein Sprecherin. Doch Klimaanlagen seien in den Patientenzimmern "eher selten". Klimatisiert würden meist nur Funktionsbereiche wie etwa der Operationssaal oder die Notaufnahme.

Das liegt zum einen am Geld - aber auch an technischen Anforderungen, wie die Krankenhausgesellschaft erklärte. Klimaanlagen dürften die Patienten nicht mit Zugluft oder lauten Geräuschen belästigen. Aus hygienischen Gründen gebe es sehr hohe Anforderungen etwa zur konsequenten Wartung. Sie seien deshalb mit den weit verbreiteten Anlagen in Büros oder Hotels nicht zu vergleichen.

Hitzewellen stellten eine "zunehmende Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung" dar, erklärte das Bundesgesundheitsministerium laut "Bild". Eine erhöhte Sterberate drohe "insbesondere Älteren, allein Lebenden oder Pflegebedürftigen".

Am Mittwoch und Donnerstag war der bisherige deutsche Hitzerekord gleich mehrfach geknackt worden, der Höchstwert liegt nun bei 42,6 Grad. Dieser Wert war am Donnerstagnachmittag in Lingen im Emsland gemessen worden.

Quelle: ntv.de, jog/dpa/AFP