Politik

Gegen Kaution wieder frei "Lifeline"-Kapitän weist Vorwürfe zurück

Nach fast einer Woche Ausharren auf See ist das Rettungschiff der

Nach fast einer Woche Ausharren auf See ist das Rettungschiff der "Mission Lifeline" am vergangenen Mittwoch in den Hafen von Malta eingelaufen. Nun soll sich der Kapitän vor Gericht rechtfertigen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor einem maltesischen Gericht beginnt die Anhörung des "Lifeline"-Kapitäns. Der Deutsche erklärt: Er habe 234 Menschen aus Seenot gerettet, er habe nichts Falsches getan. Die Verantwortung für das Flüchtlingsdrama sieht er woanders.

Der deutsche Kapitän des in Malta festliegenden Rettungsschiffes "Lifeline", Claus-Peter Reisch, ist gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Der 57-Jährige dürfe Malta aber nicht verlassen, sein Pass werde eingezogen, entschied ein Gericht am Montag bei einer ersten Anhörung in der Hauptstadt Valletta. Als nächster Gerichtstermin wurde der 5. Juli festgesetzt.

Zuvor hatte er die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen vor Gericht zurückgewiesen. "Unsere Mission hat 234 Menschen gerettet, und ich bin mir keiner Schuld bewusst", sagte Reisch laut einer Mitteilung seiner Organisation Mission Lifeline. Reisch warf der EU vor, das Sterben von Flüchtlingen im Mittelmeer aus politischen Gründen in Kauf zu nehmen.

Die "Lifeline" hatte Migranten vor Libyen gerettet und war danach fast eine Woche auf Hoher See blockiert. Malta wirft der Dresdner Organisation Mission Lifeline vor, das Schiff sei nicht ordentlich registriert gewesen. Zudem habe der Kapitän die Anweisungen italienischer Behörden ignoriert, die Rettung der libyschen Küstenwache zu überlassen. Seit Anlaufen des Schiffs in Malta war Reisch mehrfach von der Polizei vernommen worden, befindet sich aber auf freiem Fuß.

"Ich stehe hier vor Gericht, aber warum steht hier nicht die libysche Küstenwache? Die haben mich und meine Crew noch vor kurzem mit dem Tod bedroht, und bei deren 'Rettungen' sterben regelmäßig Menschen", sagte Reisch laut Mission Lifeline weiter. Er kündigte aber auch an, mit der Justiz zu kooperieren: "Ich stehe hier vor Gericht gern zu allen Fragen Rede und Antwort und werde dazu beitragen, alle Fragen aufzuklären", versprach er.

Das Schiff "Lifeline" befindet sich aktuell in Gewahrsam von Maltas Polizei und darf das Land nicht verlassen. Die Hilfsorganisation Mission Lifeline bestreitet jegliches Fehlverhalten. Die Bundesregierung bot dem Kapitän konsularische Hilfe an.

Quelle: n-tv.de, psa/dpa/AFP

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