Politik

Nach Führungswechsel Maaßen zieht sich aus Werte-Union zurück

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Maaßen kandidiert in Südthüringen für den Bundestag.

(Foto: imago images/ari)

Die Wahl des Ökonomen Otte zum Vorsitzenden der Werte-Union sorgt weiter für Wirbel in der CDU. Mit Hans-Georg Maaßen lässt nun einer der prominentesten Köpfe des Vereins seine Mitgliedschaft ruhen. Auch beim sächsischen Ableger der Gruppierung regt sich Unmut.

Nach dem umstrittenen Führungswechsel an der Spitze der konservativen Werte-Union lässt Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen nach eigenen Angaben seine Mitgliedschaft ruhen. Die Werte-Union (WU) habe unter ihrem früheren Vorsitzenden Alexander Mitsch viel geleistet, schrieb Maaßen bei Twitter. "Ich werde genau beobachten, wie sich die WU entwickelt und lasse daher meine Mitgliedschaft ruhen." Er verfolge die Entwicklung der Werte-Union mit Sorge, schrieb Maaßen.

Zuvor hatte der Wechsel an der Spitze der Gruppierung für Aufregung gesorgt. Der bisherige Vorsitzende Mitsch hatte bereits im März seinen Rückzug angekündigt. Zu seinem Nachfolger wurde am Wochenende der Ökonom Max Otte gewählt. Politiker etwa von Grünen, FDP und SPD warfen dem 56-Jährigen eine Nähe zur AfD vor. Otte selbst hatte 2017 in einem Interview der "Wirtschaftswoche" angekündigt, er wolle bei der Bundestagswahl die AfD wählen.

Maaßen schrieb bei Twitter, er wolle sich jetzt auf seine Bundestagskandidatur für die CDU in Südthüringen konzentrieren. "Oberstes Ziel ist, eine grüne Kanzlerschaft zu verhindern", schrieb er. Die Werte-Union sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung. Der Verein wird dem rechten Rand der Christdemokraten zugerechnet und zählt laut eigenen Angaben rund 4000 Mitglieder.

Protest innerhalb der Werte-Union

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Derweil befürchtet die Werte-Union in Sachsen nach der Wahl von Otte zum Bundeschef eine Radikalisierung im Vorstand. Der sächsische Landesvorstand distanzierte sich geschlossen von der Wahl. "Wer eine Partei verändern möchte, muss die Akzeptanz der Parteibasis suchen. Dies erscheint uns nun kaum mehr möglich", hieß es in einer Erklärung. Der Landesvorstand verwies auf Presseberichte, wonach sich Otte in der Vergangenheit immer wieder für Positionen und Vertreter des mittlerweile aufgelösten "Flügels" der AfD stark gemacht habe. Dieser wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. "Vor diesem Hintergrund sahen die sächsischen Kandidaten für weitere Positionen im Bundesvorstand keine Möglichkeit für eine zukünftige konstruktive Zusammenarbeit und zogen, wie auch Vertreter zahlreicher anderer Bundesländer, ihre Kandidatur zurück", teilte der Vorstand mit.

Otte war bis Januar 2021 Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Die CDU wollte die Wahl nicht kommentieren. "Die Werte-Union ist keine Gruppierung der CDU. Deshalb äußern wir uns dazu nicht", sagte ein Parteisprecher auf Anfrage.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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