Politik

Eindringlicher Appell Merkel: Hohe Impfquote bedeutet mehr Freiheit

Für Kanzlerin Merkel ist das Impfen der Weg aus der Corona-Krise zurück zu mehr Freiheiten. Entsprechend appelliert sie an die Bundesbürger, auch Mitmenschen zur Impfung zu bewegen. Eine Pflicht wie in Frankreich werde es in Deutschland aber nicht geben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eindringlich an die Menschen in Deutschland appelliert, sich impfen zu lassen. "Die zentrale Frage ist, wie viele Menschen lassen sich impfen", sagte Merkel nach einem Besuch des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit Blick auf die wieder steigenden Infektionszahlen. "Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein", betonte die Kanzlerin. Mit dem Impfen könne dann auch eine höhere Inzidenz besser bewältigt werden, ohne das Gesundheitssystem zu stark zu belasten.

Einer Impfpflicht erteilte die Kanzlerin eine klare Absage. "Wir haben nicht die Absicht, diesen Weg zu gehen", sagte Merkel mit Blick auf Frankreich, wo es eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen gibt. "Es wird keine Impfpflicht geben", betonte die Kanzlerin. Eine solche Pflicht würde Vertrauen verspielen. Stattdessen gehe die Bundesregierung weiter den Weg, für das Impfen zu werben.

"Risikobewusstsein geht bei niedrigen Inzidenzen verloren"

RKI-Chef Lothar Wieler pflichtete der Kanzlerin bei. "Die wissenschaftliche Begründung ist die, dass wir keine Impfpflicht brauchen. Wir haben eine sehr hohe Impfbereitschaft. Es gibt einen sehr kleinen Anteil – ein einstelliger Prozentsatz – die sich nicht impfen lassen wollen. Es muss uns gelingen, die Impfung an den Menschen zu bringen."

Das sich verlangsamende Impftempo machte Wieler an den aktuellen Fallzahlen fest. "Risikobewusstsein geht bei niedrigen Inzidenzen verloren", sagte er. Es gebe viele Menschen, die sich impfen lassen wollen, aber aus irgendwelchen Gründen nicht zum Arzt gingen. "Das ist Alltag", betonte Wieler.

Bei den über 90-Jährigen benötige man laut RKI eine Impfquote von 90 Prozent, mit 84 Prozent sei man auf gutem Wege, so Merkel. Die Impfquote der 12- bis 59-Jährigen müsse bei mehr als 85 Prozent liegen.

Größere Mutationsgefahr bei hohen Infektionszahlen

Neben kreativen Wegen, sich Impfen zu lassen, soll der Impuls auch aus der Bevölkerung kommen. "Werben Sie für das Impfen", appellierte Merkel. Es sei immer besser, wenn die Überzeugung durch eine Person geschehe, der man vertraue. "Alle, die unsicher sind. Eine Impfung schützt nicht nur Sie, sondern auch immer jemanden, dem Sie nahestehen, der Ihnen wichtig ist, den Sie lieben", sagte Merkel.

Eine hohe Impfquote würde zudem auch die Mutationsgefahr minimieren. Mit Blick auf die Delta-Variante warnte die Kanzlerin, dass gerade dort, wo hohe Infektionszahlen auftreten, die Gefahr groß ist, dass das Virus weiter mutiere und aggressiver werde. "Noch schützen die Impfstoffe", sagte Merkel. Und das solle auch so bleiben.

Quelle: ntv.de, mba

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