Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Merz rutscht noch tiefer ins Umfrage-Tal

Friedrich Merz hat ein Problem: Nicht einmal die Anhänger der Union würden den CDU-Chef gern mehrheitlich als Kanzler sehen - und das, obwohl CDU und CSU im Parteien-Ranking weiter führen. So düster wie Merz' Umfragewerte fällt sonst nur der demoskopische Blick auf die Zukunft aus.

Die Union muss in der Wählergunst wieder Federn lassen. Dem aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer zufolge verlieren CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt und liegen mit 26 Prozent weiterhin nur knapp vor den Grünen, die bei 24 Prozent der Stimmen stagnieren. Die SPD von Bundeskanzler Olaf Scholz verharrt bei 18 Prozent und bleibt damit nur drittstärkste Kraft.

Auch die restlichen Parteien verzeichnen stabile Werte: Die FDP kommt wie schon in der Vorwoche auf 7 Prozent, die AfD auf 10 und die Linke kommt über die 5 Prozent weiterhin nicht hinaus. Die sonstigen Parteien gewinnen leicht dazu - um einen Prozentpunkt.

Verglichen mit den Ergebnissen der Bundestagswahl 2021 bleibt die SPD, mit nunmehr 7,7 Prozentpunkten weniger, der große Verlierer. Auch die FDP hat deutlich an Rückhalt verloren (-4,5), während sich die AfD von ihrem Zwischentief fast vollständig wieder erholt hat (-0,3). Die Linke könnte nach 4,9 Prozentpunkten bei der Wahl inzwischen wieder auf den Einzug ins Parlament auch nach Wählerstimmen hoffen. Sie erreicht zumindest die 5-Prozent-Hürde. Die Partei sitzt derzeit nur dank der gewonnenen Direktmandate im Bundestag.

Habeck bleibt in K-Frage vorn

Die großen Gewinner hingegen sind die Grünen, die sich inzwischen seit anderthalb Monaten bei 24 Prozentpunkten halten können (+9,2). Die Union hat sich immerhin um 2,1 Prozentpunkte verbessert. Deutlich gestiegen ist allerdings auch der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen - von 23,4 Prozent bei der letzten Wahl auf nunmehr 26 Prozent.

In der Kanzlerfrage kann sich Olaf Scholz wieder leicht verbessern. Er gewinnt einen Prozentpunkt hinzu und steht nun mit 24 Prozent knapp hinter Robert Habeck. Der Bundeswirtschaftsminister verliert noch einmal einen Prozentpunkt und kommt nur noch auf 27 Prozent der Stimmen. Weit abgeschlagen rangiert CDU-Chef Friedrich Merz, der im Vergleich zur Vorwoche sogar gleich 2 Punkte einbüßt. Er kommt nur noch auf 16 Prozent Zustimmung. Nicht einmal die Hälfte der Unionsanhänger (45 Prozent) würde ihn gern als Kanzler sehen. Unter SPD-Anhängern kommt Scholz immerhin auf 64 Prozent, Habeck würden sogar 71 Prozent der Grünen-Anhänger unterstützen.

Düsterer Blick auf die Zukunft

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Geht es um die politische Kompetenz der Parteien, bleiben die Grünen weiter vor SPD und Union. Auf die Frage, wer mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, geben 20 Prozent der Befragten die Grünen an. Nur 9 Prozent glauben an die politische Kompetenz der SPD, die Union kommt ebenfalls nur auf 10 Prozent. Nur noch 4 Prozent der Befragten halten die FDP für kompetent. Und mehr als die Hälfte (53 Prozent) traut keiner Partei mehr zu, die aktuellen Probleme lösen zu können.

Was die Zukunft angeht, sind die Befragten so pessimistisch wie lange nicht. Der Ukraine-Krieg und die Energiekrise machen den Befragten nicht viel Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung. Inzwischen glauben 79 Prozent, dass sich die wirtschaftliche Lage in den kommenden Jahren eher noch verschlechtern wird. Nur 6 Prozent bleiben optimistisch. Zum Vergleich: Im November 2021 waren es noch 21 Prozent.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland vom 2. bis 8. August 2022 erhoben. Datenbasis: 2504 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

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Quelle: ntv.de, jug

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