Politik

Maaßen im "ntv Frühstart" "Möglich, dass Merkel noch mal antritt"

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Maaßen: "Wünsche mir, dass es Friedrich Merz wird."

(Foto: picture alliance/dpa)

Kanzlerin Merkel hat ihren Rückzug aus dem Kanzleramt angekündigt und seitdem mehrfach bestätigt. Doch für den früheren Chef des Verfassungsschutzes ist dies längst nicht ausgemacht. Auch wenn er Merz favorisiere, könne die Partei durchaus noch mal bei der Amtsinhaberin anfragen, sagt Maaßen.

Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen schließt eine erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel nicht aus. "Ich halte es durchaus für möglich, dass Frau Merkel noch mal antritt. Es kann durchaus sein, dass sie im nächsten Jahr gefragt wird, wenn man niemanden im Spitzenpersonal der CDU finden würde", sagte er im "ntv Frühstart". "Ich würde es nicht für richtig halten. Ich finde, wir haben ein Problem in Deutschland damit, dass Politiker einfach zu lange in Ämtern sind."

Maaßen sprach sich für Friedrich Merz als Kandidaten der Union aus. "Ich würde mir wünschen, dass es Friedrich Merz wird, weil ich mir vorstellen kann, dass er für einen neuen Wind oder eine andere Politik steht", sagte er weiter.

Sein Verhältnis zu Bundesinnenminister Horst Seehofer bezeichnete Maaßen als gut. "Ich verfolge seine Arbeit mit großem Interesse und ihm persönlich stehe ich mit Sympathie gegenüber", sagte der 57-Jährige. Mit Blick auf die von Seehofer zunächst angekündigte und später kassierte Anzeige gegen eine taz-Journalistin sagte Maaßen allerdings: "Ich hätte es als Innenminister nicht gemacht." Dies sei nicht Aufgabe eines Innenministers.

Die aktuelle Arbeit der Großen Koalition lobte Maaßen in Teilen. "Wir haben aus meiner Sicht eine stabile Bundesregierung. Wir haben eine Bundesregierung, die jedenfalls nach außen mehr oder weniger geschlossen erscheint. Ich würde sagen, eher mehr." Einer der Gründe für den Rückenwind, den die Union derzeit in Umfragen erhält, sei die Arbeit in der Corona-Krise.

Allerdings sei in der Krise auch nicht alles gut gelaufen in den vergangenen Monaten. Seit 2008 sei das Thema Corona bekannt: "Wenn ich zur Kenntnis nehme, dass wir noch nicht mal Schutzmasken in den letzten acht Jahren - zumindest in einem ausreichenden Umfang - eingekauft haben, dann muss ich sagen: Wir haben unsere Hausaufgaben jedenfalls nicht so gemacht, wie ich es mir vorgestellt hätte", sagte er.

Quelle: ntv.de, psa