Politik

Fischer werden festgehalten Nordkorea beschlagnahmt russisches Boot

RTS1T9NG.jpg

Die Crew des Fischerboots befindet sich derzeit an der östlichen Küste Nordkoreas in Wonsan.

(Foto: REUTERS)

15 Russen und zwei Südkoreaner sitzen im nordkoreanischen Wonsan fest. Sie sollen mit ihrem Fischerboot unrechtmäßig in Gewässer des ostasiatischen Landes eingedrungen sein. Die russische Botschaft bemüht sich um eine Klärung des Vorfalls.

Nordkorea hält nach Angaben der russischen Botschaft in Pjöngjang ein russisches Fischerboot und dessen 17-köpfige Besatzung fest. Der Crew werde vorgeworfen, unrechtmäßig in nordkoreanische Gewässer eingedrungen zu sein, teilte die Botschaft mit. Der nordkoreanische Grenzschutz setzte das Boot demnach am 17. Juli wegen des Verstoßes gegen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen fest.

Nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums hatte das Fischerboot, das unter russischer Flagge unterwegs war, einen Motorschaden. Das Schiff wurde nach Angaben der russischen Botschaft vom südkoreanischen Hafen in Sokcho an der Ostküste aus zum Krabbenfang eingesetzt. Das Boot liegt derzeit im Hafen von Wonsan. Die Besatzung besteht aus 15 Russen und zwei Südkoreanern. Der Kapitän, sein erster Offizier und die zwei südkoreanischen Besatzungsmitglieder wurden den Angaben zufolge in einem Hotel der Hafenstadt untergebracht, während der Rest der Crew an Bord blieb.

Russische Botschaftsmitarbeiter hätten die Besatzung am Montag getroffen, teilte die Vertretung weiter mit. Es gehe ihnen "gesundheitlich gut". Die Botschaft stehe "in ständigem Kontakt mit den nordkoreanischen Behörden und ergreift alle erforderlichen Maßnahmen, um diese Situation so schnell wie möglich zu lösen", heißt es in der Mitteilung.

Südkorea und Russland arbeiteten zusammen, um die sichere Rückkehr der Besatzung zu erreichen, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul. Bisher sei nichts über den Vorfall veröffentlicht worden, um die Sicherheit der Besatzung nicht zu gefährden.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, ist es Südkoreanern nicht erlaubt, ohne Erlaubnis des Staats nach Nordkorea zu reisen. Seoul habe allerdings zuletzt versucht, Spannungen mit dem nördlichen Nachbarn zu lockern. Russland hat verhältnismäßig enge Beziehungen mit Nordkorea über die Jahre unterhalten und ist ein regelmäßiger Handelspartner des Landes. Ende April traf sich der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un im russischen Wladiwostok mit Kremlchef Wladimir Putin.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

Mehr zum Thema