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"Das sind deine Wähler, Frauke!" Pegida verliert Geduld mit AfD-Chefin Petry

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Lutz Bachmann möchte der AfD gern näher kommen. Doch Parteichefin Frauke Petry verbündet sich lieber mit anderen.

(Foto: REUTERS)

Bisher sträubt sich der AfD-Bundesvorstand gegen allzu viel Nähe zum fremdenfeindlichen Dresdner Pegida-Bündnis. Dessen Chef, Lutz Bachmann, scheint so langsam die Geduld zu verlieren - und wendet sich nun direkt an Parteichefin Frauke Petry.

Pegida-Chef Lutz Bachmann hat die sächsische AfD und deren Vorsitzende, Frauke Petry, erneut zum Schulterschluss aufgerufen. Vielleicht begreife es der eine oder andere im sächsischen AfD-Landesvorstand, dass es nur gemeinsam gehe, sagte der Frontmann des islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses in Dresden. In Sachsen-Anhalt und Thüringen habe man das verstanden. Aber ausgerechnet in Sachsen sei ein Keil dazwischen. Gemeint ist damit wohl Petry selbst.

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Frauke Petry pflegt lieber ihre "politische Freundschaft" zu "Front National"-Chefin Marine Le Pen.

(Foto: imago/Mauersberger)

Dieser Keil müsse weg, so Bachmann, "das muss ausgeräumt werden." Bachmann lud die AfD-Chefin dazu ein, am kommenden Montag bei der Pegida-Kundgebung in Dresden zu sprechen: "Das sind deine Wähler, Frauke. Und hier musst Du sein." Petry selbst sieht das allerdings anders. Sie orientiert sich lieber nach Frankreich. Gemeinsam mit dem Bundesvorstand hatte sie eigentlich sogar ein Rede- und Auftrittsverbot für AfD-Mitglieder bei Pegida-Demonstrationen verhängt - und scheiterte am heftigen Widerstand aus der eigenen Partei.

Erst das AfD-Bundeschiedsgericht konnte den innerparteilichen Streit im August schließlich beenden - allerdings zum Nachteil von Petry. Die musste sich dem rechten Flügel der Partei, der sogenannten "Patriotischen Plattform" unter Führung des sächsischen AfD-Abgeordneten Hans-Thomas Tillschneider, geschlagen geben. Der verkaufte die Entscheidung als "Sieg für die echte Alternative" und feierte Demokratie und Meinungsfreiheit. Grundsätzlich seien alle AfD-Mitglieder - so zitiert auf der Homepage des Vereins - dazu "aufgerufen, stets und überall für die AfD und deren Programm zu werben."

Immer wieder Körbe für Bachmann

Gleiches hatten in der Vergangenheit auch weitere prominente AfD-Politiker des rechten Randes, wie etwa Björn Höcke und André Poggenburg, gefordert - besonders im Hinblick auf eine Kooperationen mit Pegida. Doch zwischen Bachmann und Petry herrschte bislang weiter Eiszeit. Die Parteichefin ist offenbar überzeugt davon, dass eine Kooperation mit den Islamgegnern der AfD schaden könnte. Zu der Einladung vom Pegida-Chef nach Dresden hat sie sich bisher nicht öffentlich geäußert.

Bachmann hatte bereits im Juli die lange angekündigte Gründung der Pegida-Partei "Freiheitlich Direktdemokratische Volkspartei" (FDDV) verkündet - und offenes Interesse an einem Zusammenschluss mit der AfD sowie Verhandlungen über mögliche Listenverbindungen gezeigt. Für die Parteispitze war das aber keine Option. "Mit Pegida wird es keine Zusammenarbeit und keine Absprachen geben", hatte Petrys Co-Vorsitzender Jörg Meuthen gesagt.

Quelle: n-tv.de, dpa/jug

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