Politik

Grenzschutz mit Thermometer Polizei intensiviert Corona-Kontrollen

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Eine Polizistin wacht bei Straßburg über die deutsch-französische Grenze.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Süddeutschland nehmen die Grenzkontrollen wegen des Coronavirus noch einmal zu: Auf Anweisung des Bundesinnenministeriums achten Polizisten in Schutzmasken und Handschuhen verstärkt auf Reisende mit grippeähnlichen Symptomen. In Straßburg sorgt diese Methode für Verwunderung.

Die deutsche Polizei führt wegen der Coronavirus-Pandemie seit Donnerstagnachmittag schärfere Kontrollen an der Grenze zu Frankreich durch. "Bundesinnenminister Horst Seehofer hat heute den Chef der Bundespolizei gebeten, die Kontrollen überall an den Grenzen noch einmal zu intensivieren", sagte ein Ministeriumssprecher. Im Saarland hätten die Landesbehörden die Bundespolizei in diesem Zusammenhang gebeten, als Amtshilfe für die Landespolizei stichprobenartig Fieberkontrollen durchzuführen. Daher sei es derzeit durchaus möglich, "an der Grenze zwischen dem Saarland und Frankreich Bundespolizisten mit Fieberthermometern anzutreffen".

Wenn jemand "eine mehr als erhöhte Temperatur und grippeähnliche Symptome" habe, werde er an der Grenze gestoppt und das weitere Vorgehen mit den Gesundheitsämtern besprochen. Je nach konkretem Fall könnten die Betroffenen zum Beispiel in eine Klinik gebracht werden, um dort auf das neuartige Coronavirus getestet zu werden.

Auch an der Grenze zu Baden-Württemberg fragen Polizisten mit Schutzmasken und Handschuhen Autofahrer, die auf deutsches Gebiet einreisen wollen, ob sie Fieber haben und krank sind, berichten Reporter in der französischen Grenzstadt Straßburg. Die Maßnahmen seien ohne Absprache getroffen worden, sagte die Präfektur-Chefin der Region Grand Est, Josiane Chevalier. "Ich wurde von meinen eigenen Polizisten alarmiert, aber die Methode ist ein wenig überraschend."

Der Krisenstab der Bundesregierung hatte bereits am Dienstagabend eine Intensivierung der Kontrollen angekündigt, insbesondere an den Südgrenzen. Dem Krisenstab gehören Vertreter von Gesundheitsministerium und Innenministerium an.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa