Politik

Atomare Alarmbereitschaft Putin droht, Biden bleibt zu Hause

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Für seinen Befehl hatte Putin sich einen besonders langen Tisch ausgesucht (links im Hintergrund Verteidigungsminister Schoigu und Generalstabschef Gerassimow).

(Foto: AP)

Auf Putins Drohung mit Atomwaffen reagieren die USA zumindest nach außen mit demonstrativer Deeskalation. Weder wendet sich Präsident Biden an die USA, noch versetzt er die US-Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft.

Als der russische Präsident Wladimir Putin die Atomstreitkräfte seines Landes in erhöhte Alarmbereitschaft versetzte, befand sich US-Präsident Joe Biden in seinem Zuhause in Delaware. Öffentliche Termine hatte er nicht, es gab auch keinen dramatischen Auftritt vor Kameras.

Die Reaktion auf Putins Entscheidung überließ Biden einem Sprecher. Der betonte, Putin habe in diesem Konflikt seine immer aggressiveren Handlungen stets mit erfundenen Bedrohungen begründet. Dabei sei Russland nie von der Ukraine oder von der NATO bedroht worden. "Der einzige Grund, warum seine Streitkräfte jetzt einer Bedrohung gegenüberstehen, ist, weil sie in ein anderes Land eingefallen sind, und zwar eines ohne Atomwaffen", sagte der Sprecher. Putins jüngster Schritt sei eine weitere Eskalation und "vollkommen unnötig".

Putin hatte am Sonntag nicht ausdrücklich von Nuklearwaffen gesprochen, aber bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu und dem russischen Generalstabschef Walery Gerassimow den Befehl erteilt, die "Abschreckungskräfte der russischen Armee" in Alarmbereitschaft zu versetzen. Zu diesen gehören auch Atomwaffen, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax in ihrer Meldung dazu erläuterte. Als Grund für seine Entscheidung nannte Putin "aggressive Äußerungen gegen unser Land" von "hochrangigen Regierungsvertretern in führenden NATO-Ländern".

Alarmzustand bleibt unverändert

Die "New York Times" weist darauf hin, dass Biden den Alarmzustand von "Defcon 4" auf "Defcon 3" hätte erhöhen können. "Defcon" ist die Abkürzung für defense readiness condition, also das Niveau der Verteidigungsbereitschaft. "Defcon 5" gilt in Friedenszeiten, "Defcon 1" beschreibt die maximale Einsatzbereitschaft. Bei "Defcon 3" werden die Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Bislang wurde ein solcher Schritt nicht bekannt. Stattdessen blieb Biden wie geplant bis Montagmorgen (Ortszeit) in Delaware.

Putin hat bereits 2014 die russischen Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt, als Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektierte.

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Schoigu (r.) und Gerassimow.

(Foto: imago images/SNA)

Dem Bericht der "New York Times" zufolge dürfte erst in den nächsten ein oder zwei Tagen klar werden, welche Folgen Putins aktueller Befehl für die russischen Atomstreitkräfte hat. Experten zufolge würden Übungen, bei denen solche Szenarien durchgespielt werden, regelmäßig sowohl von den russischen wie auch von den US-Streitkräften durchgeführt. Ein Abweichen von der üblichen Praxis wäre daher für die USA mit großer Sicherheit erkennbar.

Quelle: ntv.de, hvo

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