Politik

Im eigenen Land Russischer Philosoph Dugin will mehr Unterdrückung

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Dugin sieht einen "zilisatorischen Konflikt" mit dem Westen.

Dugin sieht einen "zilisatorischen Konflikt" mit dem Westen.

(Foto: IMAGO/SNA)

Der russische Philosoph Dugin ist ein nationalistischer Hardliner, der den Krieg gegen die Ukraine "bis zum Ende" unterstützt. Nun plädiert er für eine härtere Gangart im eigenen Land. Russland müsse eine "Strategie der Zensur und Unterdrückung"  entwickeln. Auch spricht er von einem "Krieg gegen Liberale".

Der russische nationalistische Philosoph und Publizist Alexander Dugin plädiert in einem Beitrag für RIA Nowosti für mehr Unterdrückung im eigenen Land: Unter der Überschrift "Russland braucht Zensur und Repressionen", kritisiert er den Liberalismus und spricht sich für eine härtere Gangart gegen politische Gegner und Journalisten aus.

"Wir befinden uns im Krieg mit den Liberalen", schreibt Dugin. Deshalb ist es definitiv an der Zeit, die Zensurrichtlinien zu korrigieren und die Gründe für ideologische Repressionen klarer zu definieren."

Der rechtsextreme Dugin ist ein Vertreter des eurasischen Imperialismus, seine Tochter Darja Dugina starb im August 2022 bei Moskau bei einem Autobomben-Anschlag, der vermutlich ihm galt. Im Krieg gegen die Ukraine verteidigte Dugin die Position des Kreml und erklärte im November: "Wir sind Putin gegenüber loyal und werden die Militäroperation und Russland bis zum Ende unterstützen". Tatsächlich dürfte Dugin in vielen Positionen noch deutlich radikaler als der Kreml sein, wie es im vergangenen Jahr Ulrich Schmid, Professor für russische Kultur und Gesellschaft an der Universität Sankt Gallen ntv.de sagte.

Dugin kritisiert in seinem nun veröffentlichten Beitrag scharf den Westen und dessen "Cancel Culture". Den Liberalismus des Westen beschreibt er als "totalitär". Jeder, der von dessen Agenda abweiche, werde sofort geächtet, zensiert und unterdrückt. Weiter stellt er fest: "Ein Liberaler kann überhaupt kein russischer Patriot sein, da er sich selbst als 'Weltbürger' und Träger der Werte der westlichen Zivilisation sieht."

Dugin: Ideologie des Feindes zu teilen ist ein "Verbrechen"

In den USA und Europa könne ein Liberaler den Staat noch irgendwie unterstützen, vor allem, wenn dieser sich im Krieg mit illiberalen Gegnern befindet. Aber in Russland sei dies "unmöglich". Die Ideologie eines Feindes zu teilen, mit dem man sich in einem echten Krieg befinde, sei bereits "der erste Schritt zu einem Verbrechen".

Das Fazit Dugins: "Generell gilt es, über alle drei politischen Ideologien der europäischen Neuzeit (Liberalismus, Kommunismus und Nationalismus) hinauszugehen und auf der Basis der Grundwerte unseres Volkes und unseres Staates eine eigene authentische souveräne Weltanschauung zu etablieren." Wie genau diese aussehen könnte, erklärt Dugin hier nicht. Doch auf ihr aufbauend müsse Russland eine "Strategie der Zensur und Unterdrückung" entwickeln. "Im Namen von Einheit, Macht und Loyalität gegen die ideologischen Feinde Russlands gerichtet - offen und verdeckt."

Quelle: ntv.de, ghö

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