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Kampfhubschrauber in Nordsyrien Russland stockt früheren US-Stützpunkt auf

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Militärhubschrauber wie dieser vom Typ Mi-8 kommen in Nordsyrien zum Einsatz.

(Foto: REUTERS)

Moskau dringt immer weiter in das Vakuum vor, das durch den Abzug der US-Truppen in Nordsyrien entstanden ist. Kampfhubschrauber sollen in Zukunft die russische Militärpolizei bei ihren Patrouillen mit der türkischen Armee unterstützen. Ihr Ziel: Die Kurden sollen sich endgültig zurückziehen.

Russland baut einen Militärstützpunkt im Nordosten Syriens aus, wo bis vor Kurzem noch US-Truppen stationiert waren. Wie die russische Armee mitteilte, stationierte sie Kampfhubschrauber und Flugabwehrraketen in der nordsyrischen Grenzstadt Kamischli. Der Stützpunkt solle "ununterbrochene Flüge" zur Sicherung und Verteidigung des Landes erlauben, sagte der russische Kommandeur Timur Chodschajew der Nachrichtenagentur Tass.

Die Hubschrauber waren zuvor in Hamaimim stationiert. In einer Reportage des Moskauer Militärfernsehsenders Swesda war auch Technik für die Wartung der Militärhubschrauber der Typen Mi-8 und Mi-35 zu sehen. Bisher hatte die russische Luftwaffe nur Stützpunkte in Tartus und in Hamaimim. An Bord der Hubschrauber sind den Angaben zufolge russische Soldaten mit Maschinen- und Sturmgewehren.

Die Helikopter sollen die russische Militärpolizei bei ihren Patrouillen mit der türkischen Armee unterstützen. Die Stadt Kamischli wird zum Großteil von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) kontrolliert, während der Flughafen und die meisten arabischen Viertel der Stadt in der Hand der syrischen Regierungstruppen sind. Allerdings hat sich die YPG verpflichtet, ihre Truppen aus Kamischli und anderen Städten in Nordsyrien abzuziehen.

Gemeinsame Patrouillen seit einigen Wochen

Die Türkei hatte Anfang Oktober eine Offensive gestartet, um die syrische Kurdenmiliz aus dem Grenzstreifen zu vertreiben. Möglich wurde dies durch die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die US-Truppen abzuziehen, die dort zur Unterstützung der YPG im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) stationiert waren. Nach einer Woche blutiger Kämpfe stoppte die Türkei den Einsatz, damit die YPG aus dem Grenzstreifen abzieht.

Später vereinbarte die Türkei mit Moskau, dass die russische Militärpolizei in Abstimmung mit den syrischen Regierungstruppen für den Abzug der YPG sorgen solle. Um den Abzug zu überprüfen, patrouillieren seit einigen Wochen türkische und russische Truppen an der Grenze. Allerdings sind die Kurdenmiliz und die US-Truppen weiter in einigen Gebieten präsent, während andere von türkischen oder russischen und syrischen Soldaten kontrolliert werden.

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Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa