Politik

US-Basis im deutschen Ramstein Tausende protestieren gegen US-Drohnenkrieg

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Drohnen brauchen keine Piloten. Das macht ihren Einsatz reizvoll.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei Angriffen und Überwachung mittels Drohnen spielt der Standort Deutschland für die US-Luftwaffe eine wichtige Rolle. Deshalb versammeln sich bis zu 5000 Gegner der US-Drohnenangriffe vor der Luftwaffenbasis im rheinland-pfälzischen Ramstein.

Tausende Friedensaktivisten haben am pfälzischen US-Stützpunkt Ramstein gegen den Kriegseinsatz von Drohnen demonstriert. Sie bildeten eine Menschenkette von der Ortsgemeinde Kindsbach über Landstuhl an der Airbase bis nach Ramstein-Miesenbach. Die Organisatoren sprachen von etwa 5000 Teilnehmern aus ganz Deutschland, die Polizei in Landstuhl von rund 2000.

Mit der Menschenkette wollten sie ein Zeichen gegen den US-Militärflugplatz setzen. Ramstein spielt Berichten zufolge eine wichtige Rolle im Drohnenkrieg der Amerikaner. Aus den USA kommende Signale würden über die Relaisstation SATCOM in Ramstein in die Krisengebiete weitergeleitet.

Lafontaine wittert Doppelmoral

Vor der Menschenkette hatte es eine Kundgebung in Kaiserslautern mit rund 1500 Teilnehmern gegeben. Mehrere Redner, darunter der saarländische Linksfraktionschef Oskar Lafontaine und die Grünen-Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner, forderten die Bundesregierung auf, die Unterstützung für Militäreinsätze der Amerikaner einzustellen.

Es sei "schizophren", einerseits Edelmut in der Flüchtlingskrise zu demonstrieren, andererseits aber Angriffskriege der USA zu unterstützen, sagte Lafontaine. Rößner erklärte, Drohnenangriffe sorgten dafür, dass sich weitere Menschen etwa im Nahen Osten radikalisierten.

Quelle: ntv.de, shu/dpa