Politik

"Keine geheimen Absprachen" Trump und Putin bestreiten Wahlmanipulation

e6f3b369754028c3faacb7a9c2f6800c.jpg

Donald Trump und Wladimir Putin trafen sich zu einem Vier-Augen-Gespräch in Helsinki.

(Foto: REUTERS)

Bei einem gemeinsamen Treffen loten US-Präsident Trump und sein russischer Amtskollege Putin die künftige Zusammenarbeit beider Länder aus und ziehen insgesamt ein positives Fazit. Nur das Thema Wahleinmischung überschattet die Zusammenkunft.

US-Präsident Donald Trump hat Vorwürfe geheimer Absprachen mit Russland bei seinem Wahlsieg im Jahr 2016 erneut entschieden zurückgewiesen. "Es gab keine geheimen Absprachen", sagte Trump in Helsinki bei einer Pressekonferenz mit Kremlchef Wladimir Putin zum Abschluss ihres ersten Gipfeltreffens. "Wir haben eine brillanten Wahlkampf geführt, und deshalb bin ich Präsident." Auch Putin dementierte, dass sich Russland in die US-Präsidentschaftswahlen eingemischt habe.

*Datenschutz

Trump machte die Russland-Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller erneut für die schlechten Beziehungen zu Moskau verantwortlich. Die Untersuchungen seien "eine Katastrophe", sagte Trump. Schon vor dem Gipfeltreffen hatte er der früheren Politik der USA und den Ermittlungen seines Justizministeriums in der Russland-Affäre die Schuld dafür gegeben. "Unsere Beziehung zu Russland war NIEMALS schlechter, dank vieler Jahre amerikanischer Torheit und Dummheit und nun wegen der manipulierten Hexenjagd!", schrieb er auf Twitter. Das russische Außenministerium kommentierte die Nachricht Trumps ebenfalls auf Twitter mit den Worten: "We agree" ("Wir stimmen zu").

Die beiden Präsidenten besprachen nach eigenen Angaben auch weitere Konfliktfelder der bilateralen Beziehungen. Putin lobte etwa den Einsatz seines US-Kollegen im Koreakonflikt. "Es ist gut, dass eine schrittweise Lösung des Konflikts auf der koreanischen Halbinsel begonnen hat", sagte Putin. "Vor allem wurde dies möglich, weil sich Präsident Trump persönlich dafür eingesetzt hat." Trump habe sich für den Dialog entschieden, nicht für die Konfrontation. Der US-Präsident hatte im Juni den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur getroffen.

*Datenschutz

Als weitere Themen wurden das Vorgehen in der Ukraine und der Bürgerkrieg in Syrien genannt. Putin rief die USA zu einem gemeinsamen Engagement für eine Beilegung des Konflikts in dem Bürgerkriegsland auf. "Russland und die USA können in diesem Land die Führung in dieser Frage übernehmen und bei der Überwindung der humanitären Krise zusammenarbeiten." Putin nannte auch die Rückkehr von Flüchtlingen in ihre Heimat als einen der wichtigen Punkte.

Kompliment für "Konkurrenten" Putin

Auf seine Ablehnung gegenüber dem Pipeline-Projekt Nord Stream 2 angesprochen, sagte Trump, er und Putin stünden im Wettbewerb. Er habe ihn als Konkurrenten bezeichnet und das als Kompliment gemeint. Die USA seien im Begriff, der größte Spieler auf dem Gas- und Ölmarkt zu werden und hätten dementsprechend ein Interesse an Lieferungen von flüssigem Erdgas (LNG) nach Europa. Putin sagte, mit den USA lasse sich der internationale Markt und der Öl- und Gaspreis zugunsten beider Länder regulieren.

Zudem sei Russland bereit, den Vertrag mit der Ukraine als Erdgas-Transitland im nächsten Jahr zu erneuern. Dieser Punkt war von den USA als Gegenargument für die durch die Ostsee verlaufende Erdgastrasse zwischen Russland und Deutschland eingebracht worden.

Ingesamt zogen die beiden eine positive Bilanz ihres Treffens. Es seien nicht alle Probleme gelöst worden, aber ein Anfang sei gemacht, sagte Putin. Es gäbe auch keinen Grund für eine angespannte Atmosphäre, da der Kalte Krieg vorbei sei und die Welt sich verändert habe. Trump sprach von einem sehr produktiven Dialog, der neue Wege zum Frieden eröffne. Er erklärte, die Beziehungen zwischen beiden Staaten hätten sich schon zum Positiven verändert. Er sei sich sicher, dass Putin und Russland das Problem der Weiterverbreitung von Atomwaffen lösen wollten. Beide Politiker hätten eine Fortsetzung ihres Dialogs - insbesondere im Hinblick auf den internationalen Terrorismus und Cybersicherheit - vereinbart.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

Mehr zum Thema