Politik

Biden spricht von "Meilenstein" USA heben Maskenpflicht für Geimpfte auf

Donald Trump hielt bekanntlich nicht viel vom Mund-Nasen-Schutz. Ganz anders sein Amtsnachfolger Joe Biden. Kaum im Amt, ordnet der neue US-Präsident eine 100-tägige Maskenpflicht in allen Bereichen des Bundes an. Die ist mit dem heutigen Tag offiziell aufgehoben - allerdings nicht für alle.

"Ein großartiger Tag für Amerika": Die USA haben die Maskenpflicht für gegen das Coronavirus geimpfte Menschen weitestgehend aufgehoben. Wer vollständig gegen das Virus geimpft ist, muss fortan im Freien und in Innenräumen keine Maske mehr tragen, erklärte die Gesundheitsbehörde CDC. Auch Abstandsregeln werden aufgehoben. Ausnahmen gibt es allerdings in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Flughäfen und Bahnhöfen.

US-Präsident Joe Biden sprach von einem "großartigen Tag für Amerika" und einem "Meilenstein" im Kampf gegen die Pandemie. Die Lockerung der Corona-Beschränkungen gehe auf den "außerordentlichen Erfolg" der landesweiten Impfkampagne zurück. Seit seinem Amtsantritt vor 114 Tagen seien 250 Millionen Impfdosen verabreicht worden, sagte der Präsident im Rosengarten des Weißen Hauses. Damit führten die USA die Welt an. Zugleich rief Biden erneut alle Menschen auf, sich impfen zu lassen - und bis zu einem vollständigen Impfschutz eine Maske zu tragen: "Bitte schützen Sie sich, bis wir an der Ziellinie ankommen."

In den USA haben schon rund 154 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten, mehr als 117 Millionen Menschen sind vollständig geimpft. Von der erwachsenen Bevölkerung haben knapp 59 Prozent mindestens eine Dosis erhalten. Biden hat das Ziel ausgerufen, den Anteil bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli auf 70 Prozent zu bringen.

 

Am Donnerstag begannen die USA zudem landesweit, Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren zu impfen. Nachdem die Arzneimittelbehörde FDA den Impfstoff von Biontech und Pfizer für diese Altersgruppe freigegeben hatte, sprach am Mittwoch auch die CDC eine entsprechende Impfempfehlung aus.

"Impfen oder Maske tragen"

Das Tempo bei den Impfungen von Erwachsenen hat zuletzt allerdings abgenommen - auch wegen der hohen Zahl von Impfskeptikern in den USA. Mit der weitgehenden Abschaffung der Maskenpflicht für Geimpfte hoffen die Gesundheitsbehörden, mehr Menschen von einer Impfung überzeugen zu können. Biden sagte, die Regel laute fortan "impfen oder Maske tragen".

"Jeder, der vollständig geimpft ist, kann an Aktivitäten im Inneren und im Freien in großen oder kleinen Gruppen teilnehmen, ohne eine Maske zu tragen oder Abstand zu anderen einzuhalten", erklärte CDC-Chefin Rochelle Walensky. "Wenn Sie vollständig geimpft sind, können Sie anfangen, wieder die Dinge zu tun, die sie wegen der Pandemie nicht mehr gemacht haben."

Als vollständig geimpft gilt man laut CDC zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis, oder zwei Wochen nach der ersten Impfdosis, wenn nur eine Spritze notwendig ist wie beim Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson.

Bei den Richtlinien der CDC handelt es sich grundsätzlich um Empfehlungen. Sie werden jedoch von einer Vielzahl von Bundesstaaten befolgt. Einige Bundesstaaten wie Texas und Florida im Süden des Landes haben die Maskenpflicht bereits vollständig aufgehoben, also auch für nicht Geimpfte.

Schutzmasken sind in den USA ein politisch aufgeladenes Thema: Der frühere Präsident Donald Trump trug so gut wie nie eine Maske und machte sich öffentlich über Maskenträger lustig. Sein Nachfolger Biden warb dagegen intensiv für das Tragen von Masken, um die Pandemie einzudämmen. Am Donnerstag trat er denn auch zum ersten Mal ohne Maske ans Rednerpult - und holte sich prompt ein Kompliment seiner Stellvertreterin Kamala Harris ab. "Du hast ein tolles Lächeln", sagte die Vizepräsidentin ihrem sichtlich gut gelaunten Chef.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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