Politik

Moskau: Munitionslager zerstört Ukraine: Viele Angriffe in der Region Donezk

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Städte entlang der Demarkationslinie stehen offenbar unter Beschuss. (Foto von der russischen Staatsagentur Tass)

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Die Region Donezk wird nach Angaben des dortigen Gouverneurs derzeit massiv angegriffen - fast alle Städte entlang der Demarkationslinie stehen unter Beschuss. Nach russischen Angaben werden zwei ukrainische Munitionsdepots zerstört. In Tschernobyl befürchtet die Ukraine Explosionen.

In der ostukrainischen Region Donezk gibt es dem dortigen Gouverneur zufolge weiträumige Angriffe. Fast alle Städte entlang der Demarkationslinie lägen unter Beschuss, sagt Pawlo Kyrylenko im ukrainischen Fernsehen. Die Lage könne sich noch verschärfen, da die russischen Truppen sich auf Angriffe in der Region konzentrierten. Die Demarkationslinie trennt die Gebiete unter ukrainischer Kontrolle von dem Territorium, das in der Hand von prorussischen Separatisten ist.

In dem Gebiet hat das russische Militär nach eigenen Angaben mit Boden-Boden-Raketen zwei Munitionslager zerstört. In dem Ort Kamjanka habe die ukrainische Armee Munition für ihre Raketenartillerie gelagert, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Nördlich davon, in Tschernobyl, fürchtet die Ukraine ein ähnliches Schicksal. Demnach könnte die Munition in dem stillgelegten Kernkraftwerk in Tschernobyl explodieren. Deshalb müssten sich die russischen Truppen von dort zurückziehen, sagt die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk.

Insgesamt seien binnen 24 Stunden 64 militärische Objekte der Ukraine zerstört worden. Dazu rechnete Sprecher Igor Konaschenkow auch einen Stab ukrainischer Spezialkräfte im Gebiet Mykolajiw. Die Angaben über das Kampfgeschehen waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar. Die Ukraine habe auch drei Flugabwehrsysteme der Typen S-300 und Buk verloren, sagte Generalmajor Konaschenkow.

Ukraine: Russland verlegt Truppen

Von ukrainischer Seite hieß es, Russland verlege Truppen aus dem Norden des Landes nach Osten, um die ukrainischen Truppen dort einzukesseln. Einige russische Soldaten blieben in der Nähe der Hauptstadt Kiew, sagt Olexij Arestowytsch, ein Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, im Fernsehen. Dies solle verhindern, dass die Ukraine ihrerseits Truppen in den Osten verlagere.

Im Westen ist es offenbar auch zu einem Angriff gekommen: In der westukrainischen Region Chmelnitskji sind dem Gouverneur zufolge drei Industrieanlagen durch russischen Beschuss getroffen worden. Serhii Hamalii gibt nicht bekannt, welche genau. Es seien Feuer entdeckt worden. Ob es Opfer gegeben habe, werde geprüft.

Die nördliche Region Tschernihiw steht trotz der Ankündigung Russlands, die militärischen Aktivitäten dort zu reduzieren, ihrem Gouverneur zufolge weiter unter Beschuss der russischen Truppen. "Glauben wir der Ankündigung? Natürlich nicht", schreibt Wiatscheslaw Tschaus bei Telegram. "Die 'verminderten Aktivitäten' zeigt der Feind in der Region Tschernihiw mit Angriffen auch aus der Luft auf Nischyn und die ganze Nacht über auf die (Stadt) Tschernihiw."

Menschen aus Mariupol verschleppt

Im Süden des Landes kommt es in der belagerten Stadt Mariupol zu weiteren Angriffen. Dort sind nach ukrainischen Behördenangaben Dutzende Menschen aus einer Entbindungsstation nach Russland verschleppt worden. "Mehr als 70 Personen, darunter Frauen und medizinisches Personal, wurden von den Besatzern der Entbindungsstation Nr. 2 gewaltsam abtransportiert", erklärte die Stadtverwaltung der südukrainischen Hafenstadt im Messengerdienst Telegram.

Insgesamt seien bereits mehr als 20.000 Einwohner von Mariupol "gegen ihren Willen" nach Russland gebracht worden. Russen hätten ihnen die Papiere abgenommen und sie "in weit entfernte russische Städte" gebracht, erklärte die Stadtverwaltung. Die Informationen sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar, da Mariupol seit Ende Februar belagert wird und die Kommunikation zusammengebrochen ist.

Quelle: ntv.de, cls/dpa

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