Politik

Wolldecken, Waffen, Wintermützen Was die Bundesregierung bisher in die Ukraine geschickt hat

Ukrainische Soldaten verladen Feuerholz: Immer mehr westliche Länder kündigen Hilfe in Form von Panzerlieferungen an.

Ukrainische Soldaten verladen Feuerholz: Die Kämpfe im Osten und Süden der Ukraine dauern an. Westliche Länder kündigen Hilfe in Form von Panzerlieferungen an.

(Foto: picture alliance / AA)

Nach langem Hin und Her wird die Ukraine nun doch noch Kampfpanzer aus Deutschland erhalten. Es sind nicht die ersten deutschen Militärfahrzeuge, die zur Verteidigung gegen die russischen Angreifer zum Einsatz kommen.

Der Knoten ist geplatzt: Nach langem Zögern ist die Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz nun doch bereit, die Ukraine mit Leopard-2-Panzern auszustatten. Flankiert wird die Entscheidung von der Zusage anderer Länder, die Verteidigungslinien der Ukraine ebenfalls mit schweren Geschützen zu stärken. Damit sollen die Streitkräfte vor Ort in die Lage versetzt werden, die russischen Angreifer effektiver zurückzuschlagen.

Von deutscher Seite aus waren nach Informationen von n-tv insgesamt 14 Leopard-2-Panzer im Gespräch. Dies wurde am Mittwochmittag offiziell von der Bundesregierung bestätigt. Es sind nicht die ersten deutschen Militärfahrzeuge, die zur Unterstützung in die Ukraine entsandt wurden: In einer wöchentlich aktualisierten Liste gibt die Bundesregierung Auskunft über die bisher erfolgten und geplanten Militärhilfen. Dabei handelt es sich entweder um Mittel aus dem Bestand der Bundeswehr oder um Direktlieferungen aus der Industrie, die vom Bund finanziert werden.

Hinweis: Über das Drop-Down-Menü links oben in der Grafik finden Sie auch eine Übersicht der geplanten Waffen- und Gerätelieferungen.

Die bisherigen Unterstützungsleistungen reichen demnach von Handgranaten und Raketenwerfern über Wolldecken und Heizungen bis hin zu schwerem Gerät. Vergangene Woche wurden beispielsweise 12 neue Grenzschutzfahrzeuge hinzugefügt, die bereits in die Ukraine entsandt wurden. Noch in der Vorbereitungsphase befinden sich hingegen zwei Luftraumüberwachungsradare.

Von geplanten Kampfpanzer-Lieferungen ist auf der Webseite des Bundesverteidigungsministeriums noch keine Rede. Selbst nach der offiziellen Absichtserklärung vom Mittwoch könnte die Vorbereitung der Panzerlieferung noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wann die von der Ukraine erhofften Leopard-2 in der Liste der Militärhilfen für die Ukraine ergänzt werden, ist unklar. Üblicherweise wird die Übersicht an einem Mittwochabend aktualisiert.

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Bergepanzer wurden schon im letzten Jahr geliefert

Besonders deutlich war die Liste der bisherigen militärischen Unterstützungsleistungen zuletzt zu Beginn des Jahres angewachsen. So hatte das ukrainische Militär den Regierungsangaben zufolge unter anderem 36.400 Wolldecken sowie 168 mobile Heizgeräte erhalten - zusätzlich zur zuvor gelieferten Winterkleidung. Der gesamte Katalog macht deutlich, welche Materialien in der aktuellen, winterlichen Kriegsphase besonders dringend gebraucht werden.

Des Weiteren benötigen die Ukrainer ganz offensichtlich Fahrzeuge, die auch in schwierigem Gelände und umkämpften Gebieten einsatzfähig sind. Aus Deutschland erhielten sie beispielsweise Schwerlastsattelzüge, Pick-up-Trucks mit Raketenwerfern, Krankenwagen und Minenräumgeräte. Bereits im letzten Jahr hat Deutschland zudem insgesamt 15 Bergepanzer 2 in die Ukraine entsandt sowie 14 Panzerhaubitzen 2000, die die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Militär aufgetrieben hatte. Neben Aufklärungsdrohnen, Abwehrraketen und Munition, umfasst die Liste außerdem eine ganze Reihe an medizinischem und technischem Equipment und Zubehör.

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Die Geräte und Materialien stammen zum Teil aus Beständen der Bundeswehr. Mittlerweile sind jedoch immer mehr Gegenstände als Direktlieferungen aus der Industrie gekennzeichnet. Das betrifft insbesondere Waffensysteme und schwere Geräte, die teilweise erst bestellt und produziert werden mussten.

Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung dazu im Rahmen der sogenannten Ertüchtigungsinitiative zwei Milliarden Euro bereitgestellt. Diese zusätzlichen Mittel zur Unterstützung von "krisengefährdeten Ländern" sollen zu einem Großteil direkt oder indirekt in die Ukraine-Hilfe fließen.

Quelle: ntv.de, lst, cwo

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