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Attacke in Manchester Was wir über den Terroranschlag wissen

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Auch am Morgen nach dem Anschlag suchen Ermittler das Umfeld rund um den Tatort nach Spuren ab.

REUTERS

Während eines Konzerts eines US-Popstars explodiert in der Manchester Arena die Bombe eines Selbstmordattentäters. Die Terrormiliz IS reklamiert den Anschlag für sich. Ein Überblick über die wichtigsten Fakten.

Was ist passiert?

Am Montagabend gab es gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MEZ) in der Veranstaltungshalle Manchester Arena mindestens eine Explosion. Außerdem wurde in der Nacht in einem Park in der Nähe der Halle ein verdächtiger Gegenstand entdeckt und schließlich gesprengt. Später stellte sich heraus, dass es sich um zurückgelassene Kleidung handelte.

Was ist über die Opfer bekannt?

Bislang gibt es 22 Tote und 59 Verletzte. Unter den Toten ist auch ein acht Jahre altes Mädchen. Das Kind komme aus Layland nordwestlich von Manchester, teilte die dortige Bezirksverwaltung mit. Den Rettungskräften zufolge waren von den 59 Verletzten, die nach dem Anschlag in Krankenhäuser im Großraum Manchester gebracht wurden, zwölf Kinder und Jugendliche weniger als 16 Jahre alt. Einige der Verletzten schweben in Lebensgefahr. Bei den Toten soll es sich vor allem um britische Staatsangehörige handeln.

War es ein Terroranschlag?

Ja, ein Selbstmordattentäter sprengte sich mit einer selbstgebauten Bombe in die Luft. Die britische Polizei und die Geheimdienste untersuchen nach den Worten von Premierministerin Theresa May, ob eine größere Gruppe in die Tat verwickelt ist.

Was ist über den Täter bekannt?

Bei dem Täter soll es sich um einen männlichen Einzeltäter handeln. Die britische Premierministerin Theresa May hatte in ihrer Stellungnahme angedeutet, dass die Identität des Täters den Behörden bereits bekannt sei. Allerdings wollte May aus Sicherheitsgründen noch keinen Namen öffentlich nennen. Der Angreifer soll einen selbstgebauten Sprengsatz am Körper getragen und kurz vor Mitternacht im Eingangsbereich der Halle zur Detonation gebracht haben, als die Zuschauer die Arena verließen. Bei der Detonation kam der Attentäter ebenfalls ums Leben.

Wer steckt hinter der Attacke?

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Terroranschlag in Manchester für sich reklamiert. Ein "Soldat" des Islamischen Staates habe eine Bombe platzieren können, meldete das IS-Sprachrohr Amak im Internet. Bereits zuvor wurde der Vorfall in sozialen Netzwerken von Anhängern der Terrorgruppe Islamischer Staat gefeiert. Die USA bestätigten eine Verbindung des IS zu dem Anschlag von Manchester bislang nicht.

Wo genau explodierte die Bombe?

Der Fernsehsender BBC berichtete unter Berufung auf die Polizei, die Explosion sei im Foyer der Halle gewesen. Der Veranstalter erklärte, es sei in einem öffentlichen Raum außerhalb der eigentlichen Konzerthalle passiert. Bei der Bombe handelte es sich vermutlich um eine Nagelbombe. Zeugen berichten von herumliegenden Bolzen, Nägeln und anderen Metallteilen nach der Explosion.

Was war zu dem Zeitpunkt der Explosion in der Konzerthalle los?

Die US-Sängerin Ariana Grande hatte gerade die Bühne verlassen. Sie wurde durch die Bombenexplosion nicht verletzt. Später twitterte die 23-Jährige: "Am Boden zerstört. Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte." Zu dem Konzert kamen vor allem Kinder und Jugendliche, etliche waren in Begleitung ihrer Eltern oder Verwandten. In die Halle passen 21.000 Menschen, damit ist die Manchester Arena die größte Veranstaltungshalle Europas.

Was passierte nach der Explosion?

Es brach Panik aus. Menschen lagen blutüberströmt auf dem Boden, Augenzeugen berichteten, dass die Konzertbesucher in alle Richtungen davonliefen. Per Alarmaufruf wurde das Publikum aufgefordert, Ruhe zu bewahren. Vor der Konzerthalle forderte die Polizei die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Wie lief der Rettungseinsatz ab?

Nach der Explosion gingen 240 Notrufe bei der Polizei ein. Sofort rasten Krankenwagen zur Manchester Arena. Hubschrauber kreisten über dem Areal. Insgesamt waren laut Polizei 400 Kräfte im Einsatz. Die Verletzten wurden laut BBC in sechs Krankenhäuser im Großraum Manchester gebracht. Notfalldienste und Feuerwehr baten die Bevölkerung via Twitter, sie wegen des Einsatzes nur bei lebensbedrohlichen Angelegenheiten zu kontaktieren. Rund um die Halle zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Auch Sprengstoffspezialisten waren im Einsatz.

Wie halfen die Anwohner?

In Manchester boten Anwohner den Betroffenen Unterschlupf an; bei Twitter gab es dafür die Hashtags #roominmanchester und #roomformanchester. Wer nicht nach Hause kommt, telefonieren muss oder nur eine Tasse Tee braucht, findet hier zahlreiche Angebote. Zudem boten Taxifahrer ihre Hilfe an und transportierten Passagiere umsonst.

Wie reagierten die britischen Politiker?

Premierministerin Theresa May drückte den Opfern und Angehörigen ihr Mitgefühl aus. "All unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Familien von allen, die betroffen sind", erklärte sie. Die Regierung will am Vormittag zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Der Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 8. Juni ist ausgesetzt.

Quelle: n-tv.de, kst/kpi/dpa

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