Politik

Bisher 5400 Menschen ausgeflogen Weitere Menschen aus Afghanistan evakuiert

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Das Auswärtige Amt hat nach eigenen Angaben mehr als 250 einreiseberechtigte Familien kontaktiert.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Weil sie Ortskräfte nicht schon vor der Machtübernahme der Taliban aus Afghanistan ausgeflogen hat, steht die Bundesregierung in der Kritik. Laut Auswärtigem Amt laufen die Evakuierungsaktionen weiter - wenn auch schleppend. Mehrere hundert Deutsche befinden sich noch in dem Land.

Durch die Evakuierungsaktion aus Afghanistan sind bisher 5429 Menschen nach Deutschland gebracht worden. 4584 von ihnen seien Afghanen und 522 Deutsche, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Demnach befinden sich unter den Eingereisten 272 Ortskräfte, mit denen weitere 992 Familienangehörige nach Deutschland kamen.

Die Bundesregierung steht in der Kritik, weil sie afghanische Ortskräfte und andere gefährdete Afghanen nicht schon vor der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban ausgeflogen hat. Auch mehrere hundert deutsche Staatsbürger befinden sich laut Auswärtigem Amt noch in Afghanistan.

Nach Angaben einer Sprecherin der Behörde konnte die Bundesregierung in den vergangenen Tagen 258 einreiseberechtigte Familien kontaktieren. Dies seien insgesamt über tausend Menschen, sagte sie.

Auf dem Luftweg habe es diesen Montag einen vierten Flug mit Betroffenen gegeben. Mit den ersten drei Flügen seien 106 deutsche Staatsangehörige ausgeflogen worden. Die Zahl im vierten Flug sei noch offen. Über den Landweg seien zudem über das Wochenende 50 Ortskräfte und Familienangehörige nach Pakistan gelangt.

"Man könnte sich wünschen, es geht noch schneller", sagte die Außenamts-Sprecherin. Es zeigten sich ihrer Ansicht nach aber die Bemühungen für Ausreisemöglichkeiten auf dem Luft- und Landweg, "an denen wir weiter arbeiten".

Die Bundesregierung konnte am Montag zunächst keine Angaben machen, wie viele Personen von einer zusätzlichen "Menschenrechtsliste" mit 2600 Menschen aus Afghanistan bereits nach Deutschland gekommen seien. Dabei geht es um Menschen, die durch ihre Tätigkeiten in Kultur- und Zivilgesellschaft oder als Aktivisten in Afghanistan als besonders gefährdet eingestuft werden.

Quelle: ntv.de, chf/AFP

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