Politik

Hunderte Fahrzeuge in Ostukraine Wozu dient der russische Konvoi bei Charkiw?

Satellitenbilder zeigen einen neuen russischen Konvoi östlich von Charkiw, der zweitgrößten ukrainischen Stadt. Der könnte Teil der Vorbereitungen auf einen großen Angriff in der Ostukraine sein. Dafür gibt es auch weitere Hinweise.

Im Osten der Ukraine ist ein neuer russischer Militärkonvoi gesichtet worden, der Teil der neuen Angriffsvorbereitungen sein könnte. Wie mehrere Medien berichten, ist er rund 13 Kilometer lang und wurde zuletzt östlich von Charkiw, in der Stadt Welykyj Burluk von Satelliten aufgezeichnet. Laut "New York Times" besteht der Konvoi aus mehreren Hundert Militärfahrzeugen. Demnach bewegt er sich in südliche Richtung nach Isjum, einer Stadt in der Oblast Charkiw. Dort hätten sich die Kämpfe zuletzt intensiviert.

Auch Oleg Synegubow, der Leiter der Militärverwaltung der Region Charkiw, bezeichnet die Stadt Isjum als den "heißesten Punkt" in der nordöstlichen Provinz. Im Interview mit CNN sagt Synegubow weiter, ein "großer feindlicher Militärkonvoi, der sich in Richtung Isjum bewegte, wurde von ukrainischen Streitkräften zerstört", nennt aber keine weiteren Einzelheiten. Die Angabe konnte bisher nicht unabhängig geprüft werden.

Wie die US-Nachrichtenagentur UPI online berichtet, haben russische Kräfte vergangene Woche Isjum erobert. Die Stadt sei strategisch wichtig, hieß es am Freitag vom US-Verteidigungsministerium. Die russischen Kräfte bräuchten die Stadt, um nach Westen auszugreifen. Das Pentagon teilte mit, man beobachte Truppenbewegungen von Isjum nach Süden. Dort liegen Kramatorsk, Donetzk und 300 Kilometer entfernt Mariupol an der Schwarzmeerküste. Noch ist aber unklar, wohin genau sich die russischen Truppen bewegen.

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Nach dem Rückzug russischer Verbände aus der Umgebung von Kiew und anderen Städten im Norden des Landes wird erwartet, dass die Russen nun verstärkt im Donbass, dem Osten der Ukraine angreifen. Russland soll dafür auch 60.000 Reservisten einberufen haben. Westliche Beobachter vermuten, es könnte Putins Ziel sein, bis zum 9. Mai die Kontrolle über die Ostukraine zu erlangen. An dem Tag jährt sich der Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg zum 77. Mal. Das Kommando führt mittlerweile der General Alexander Dwornikow, ein Tschetschenien- und Syrien-Veteran.

Laut dem in Washington ansässige Institute for the Studies of War (ISW) dürfte es für Russland schwierig werden, ausreichend Menschen und Material im Donbass aufzufahren, um einen militärischen Durchbruch zu erreichen. "Vermutlich wird Russland weiterhin schwerbeschädigte und teilweise wiederhergestellte Einheiten ohne System in Angriffsoperationen schicken, die begrenzte Gewinne bei hohen Kosten bringen werden", zitiert CNN aus einer Analyse des Thinktanks.

Quelle: ntv.de, vpe

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