Politik

"Dimokratia": "Er ist verrückt" Zeitung macht Schäuble zum Henker Europas

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Ausschnitt aus der Zeitung "Dimokratia"

Auf dem Zenit der Grexit-Krise vor einem Jahr wird der deutsche Finanzminister wegen seiner unnachgiebigen Haltung zur Hassfigur der Griechen. Nach dem Brexit-Votum legt er wieder einen Plan vor. Eine konservative Athener Zeitung nimmt ihm das übel.

Neben dem Titel "Schäuble über alles" hat die Athener Zeitung "Dimokratia" Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit Henkerkapuze und mittelalterlichem Doppelbeil karikiert. "Der Henker Europas ist verrückt geworden", schreibt das ultrakonservative Blatt.

Die Darstellung stieß auf Unverständnis in allen Morgensendungen des griechischen Fernsehens. Schäuble habe einen Plan entworfen, mit dem die EU-Kommission praktisch abgeschafft werden solle, schreibt "Dimokratia". Alle Haushalte der anderen Staaten im Euroland sollten dem Plan zufolge nur mit Zustimmung Berlins umgesetzt werden dürfen. "Er (Schäuble) fordert einen "Gauleiter" in jedem Finanzministerium", schreibt das Blatt mit einer Auflage von knapp 10.000 Exemplaren.

Schäuble hatte angeregt, als Konsequenz aus dem Brexit-Votum die EU zu reformieren. Dabei brachte er eine neue Behörde ins Spiel, die die Einhaltung der Schuldenregeln, etwa im Stabilitäts- und Wachstumspakt überwachen soll. Vorgesehen sei auch ein "Rückweisungsrecht" für Haushaltsentwürfe von EU-Mitgliedsländern, wenn sie die Defizitvorgaben reißen.

Vor dem Hintergrund der Brexit-Krise in Europa wird Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel heute in Griechenland erwartet. Bei geplanten Treffen unter anderem mit Ministerpräsident Alexis Tsipras in Athen will er erörtern, wie die Zukunft der EU ohne Großbritannien aussehen kann. Auch die Lage im dramatisch verschuldeten Griechenland selbst dürfte Thema sein.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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