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"Maskenball" verstört Handballer "Das ist völlig absurd, ein schlechter Witz"

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Irritierende Bilder.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen schnellen in Deutschland in die Höhe und bedrohen die Pläne des Sports, wieder mehr Zuschauer in die Hallen zu lassen. Die Furcht vor einem zweiten Lockdown wächst. Einen "Maskenball" wie in Spanien schließen die Handballer derweil aus.

Die irritierenden Bilder vom "Maskenball" in Spanien sorgten bei Handball-Boss Frank Bohmann für ungläubiges Kopfschütteln. "Das ist völlig absurd und ein schlechter Witz. Mir tun die beteiligten Spieler und Schiedsrichter leid. So kann man keinen Profisport treiben", sagte der HBL-Geschäftsführer und versicherte: "Für uns ist diese Art des Handballspielens natürlich keine Option."

So seltsam die Szenen vom weltweit ersten Handballspiel mit Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung für Spieler und Offizielle auch anmuten - angesichts nach oben schnellender Inzidenzzahlen muss sich der Sport auch hierzulande Gedanken machen. Von den ursprünglichen Plänen, schon bald mehr Zuschauer in die Arenen zu lassen, spricht kaum einer mehr. Angesichts der enormen Wucht der zweiten Corona-Welle geht inzwischen vielmehr die Angst vor einem erneuten Lockdown um. "Das Szenario kann man nicht ausschließen und hängt sehr vom weiteren Neuinfektionsverlauf ab", sagte Bohmann. Stand jetzt sehe er die Gefahr "für die nächsten ein, zwei Wochen" aber nicht. Doch was kommt dann?

Die Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die angesichts der Situation wieder Geisterspiele im Fußball ins Gespräch gebracht hat, klingen in den Ohren vieler Macher wie eine Drohung. Was sollen Handball, Basketball und Eishockey erst machen, wenn sogar König Fußball wieder runtergefahren werden sollte? Durch den kräftigen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in immer mehr deutschen Städten droht wieder der komplette Zuschauerausschluss. Das Überleben vieler Klubs wäre spätestens dann akut bedroht. "Der Profisport, wie wir ihn in Deutschland kennen, wäre dann nicht mehr durchführbar", sagt Bohmann, dessen Liga Anfang Oktober als eine der ersten mit Zuschauern gestartet ist. Dies wäre für den deutschen Sport "eine riesige Zäsur und würde uns im Wettbewerb weit zurückwerfen."

Gehöriges Magengrummeln

Das Eishockey hat es im Gegensatz zum Handball bereits voll erwischt. Wegen akuter Finanzprobleme steckt der Sport in einer tiefen Depression und es steht in den Sternen, ob die DEL-Saison nach zwei verschobenen Starts überhaupt noch angepfiffen wird. Und auch bei den Basketballern, die am kommenden Wochenende mit den Pokalspielen vor Fans beginnen wollen, bevor die Bundesliga am 6. November loslegt, beobachtet man die Situation mit gehörigem Magengrummeln.

BBL-Geschäftsführer Stefan Holz gibt sich indes gelassen. "Unser Plan ist nach wie vor, die Saison regulär zu spielen." Wenn dies nicht mehr möglich sei, "werden wir uns wieder eine attraktive Alternative überlegen. Wir haben Stand heute noch keinen Plan B, den wir aus der Schublade ziehen." Bohmann und seinen Mitstreitern bleibt nicht viel anderes übrig, als für eine "Politik der ruhigen Hand" zu werben. Weitsichtige Entscheidungen seien "existenziell", sagt Bohmann: "Der Sport leistet nach allem was wir wissen keinen Beitrag zu einem erhöhten Infektionsgeschehen. Bei HBL- und auch bei DFL-Spielen passiert bislang nichts, sie sind kein Infektionstreiber. Das gilt es herauszustellen."

Die bangen Blicke aller Beteiligten gehen gen Berlin. Nach Ablauf einer vereinbarten Probephase Ende Oktober werden die Chefs der Staatskanzleien den Ministerpräsidenten und Bundesministerien demnächst vorschlagen, wie es mit Sportgroßveranstaltungen weiter geht. Für Montag war für den HBL-Chef eine Konferenz mit der europäischen Ligenvereinigung und dem Kontinentalverband EHF angesetzt, um sich über die Lage in den einzelnen Ländern und Wettbewerben auszutauschen. Bohmann fahndet nach einem Ausweg aus dem Corona-Dilemma - die Maskenpflicht für Sportler ist es nicht.

Quelle: ntv.de, Christoph Stuckenbrock, sid