WM-Titel nur der Anfang?

Deutschlands Hockey-Herren stehen vor goldenen Jahren

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Deutschlands Hockey-Herren feiern mit dem Pokal (Foto: IMAGO/Axel Kaste)
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31.08.2026 | 13:10 Uhr
Die deutschen Hockey-Männer sind zurück auf dem WM-Thron. Nach einer langen Partynacht darf das Team schon von weiteren Erfolgen träumen. Der Titel in Belgien könnte dafür der Startschuss gewesen sein.

Unter lautem Gejohle kamen Matchwinner Michel Struthoff und die deutschen WM-Helden aus der Kabine. Draußen, vor der Belfius Hockey Arena im belgischen Wavre, grölten die frisch gekrönten Weltmeister "Oh, wie ist das schön", Routinier Christopher Rühr hielt derweil den Pokal in der einen und ein Kaltgetränk in der anderen Hand. Das Bier spritzte aus den Dosen nur so durch die Luft - es sollte der Auftakt einer langen Partynacht werden.

"An den Hockeyspielern können sich da viele ein Beispiel nehmen, feiern können die auf jeden Fall", versicherte der überglückliche Bundestrainer André Henning nach dem Finalkrimi gegen Spanien (1:0) bei MagentaTV. Und auch Niklas Wellen, TV-Experte und Weltmeister von 2023, war sich schon vor dem wilden Feiermarathon sicher gewesen: "Die werden alles auseinandernehmen. Das wird eine Riesensause - verdient." Und wie.

Turnierstart mit Fragezeichen

Der neuformierte Titelverteidiger war mit einigen WM-Debütanten und einer Portion Ungewissheit in das Turnier in Belgien und den Niederlanden gestartet, Henning selbst hatte von einer "Wundertüte" gesprochen. Doch auf dem Weg zum insgesamt vierten WM-Gold nach 2002, 2006 und 2023 machte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) ihrem Ruf als Turniermannschaft wieder alle Ehre.

Das verjüngte DHB-Team bezwang unter anderem Topfavorit Belgien, behielt im Halbfinale gegen Argentinien die Nerven und lieferte auch im Endspiel gegen die Spanier ab, die in der Zwischenrunde für die einzige deutsche Niederlage gesorgt hatten.

"Es ist so krass, was hier mit dieser Mannschaft passiert ist", schwärmte Henning, der nach dem WM-Triumph vor dreieinhalb Jahren, Olympiasilber 2024 und EM-Gold 2025 wieder innerhalb kürzester Zeit einen Titelträger geformt hat. Nach einer durchwachsenen Pro-League-Saison zeigte sich jedoch selbst der Erfolgstrainer "krass" beeindruckt von seinen Spielern. Das Team sei so zusammengewachsen, gebe "sich so viel Liebe" und sei füreinander da, erklärte Henning: "Das habe ich selten bis nie erlebt."

Historisches geschafft

Und so krönte sich das DHB-Team am Ende einer "Traumreise", wie Henning es nannte, nicht nur erneut zum Weltmeister, sondern zog auch mit Rekordsieger Pakistan gleich und verteidigte als erste Nation bei den Männern zum zweiten Mal den Titel. "Weltmeister samma! Den Pott hamma!", brüllte Struthoff, der den goldenen Treffer (44.) erzielt hatte, in bester Thomas-Müller-Manier euphorisiert in das TV-Mikrofon. 

Der Zusammenhalt sei nach dem Abschied zahlreicher erfahrener Leistungsträger entscheidend gewesen, betonte Kapitän Tom Grambusch, der "stolz" auf die vielen WM-Neulinge um Struthoff war: "Die haben das richtig krass gemacht." Ein Versprechen für die Zukunft, denn satt dürfte das erfolgsverwöhnte DHB-Team noch längst nicht sein. 

Im kommenden Jahr steht die EM in England an, auch dort tritt Deutschland als Titelverteidiger an. Zudem werfen die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles bereits ihre Schatten voraus. Vielleicht gibt es dann wieder einen triftigen Grund für eine Partynacht.

Verwendete Quellen: ntv.de, jca/sid