Sport

Wimbledon-Aus im Halbfinale Die Beste der Welt ist zu gut für Kerber

0e3640aec0a80aa1052d9e44d70cad97.jpg

Kerber muss kurz vorm Finale die Koffer packen.

(Foto: REUTERS)

Angelique Kerber spielt beim berühmtesten Tennis-Turnier der Welt in Wimbledon groß auf. Doch im Halbfinale ist Schluss, weil die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty noch stärker ist als die beste Deutsche. Ihre Konkurrentin spricht hinterher von einem "Wahnsinnsmatch", Kerber ist "unendlich dankbar".

Angelique Kerber kämpfte wie besessen um jeden Punkt, feuerte sich immer wieder lautstark an und riss das Publikum auf dem Centre Court mit - und doch ist ihre fabelhafte Reise in Wimbledon vorbei. Nach einem weiteren leidenschaftlichen Fight ist der Traum vom zweiten Titel auf dem heiligen Rasen nach 2018 geplatzt, im hochklassigen Halbfinale war die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty einen Tick zu stark.

Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin musste sich mit 3:6, 6:7 (3:7) geschlagen geben und verpasste ihr drittes Endspiel in London. "Ich habe zwar verloren, aber trotzdem nehme ich diese Reise mit", sagte die 33-Jährige: "Ich bin unendlich dankbar, dass ich das geschafft habe, weil ich denke, dass die einen oder anderen mich in den letzten Monaten auch abgeschrieben haben. Trotzdem war der Glaube an mich groß, deswegen bin ich sehr stolz auf mich und mein Team."

Auch Barty lobte sie in höchsten Tönen: "Das war eines der besten Matches, das ich je gespielt habe. Angie hat das Beste aus mir herausgeholt", sagte die Australierin: "Das war ein Wahnsinnsmatch vom ersten Ballwechsel an. Ich wusste, dass ich so gut sein muss, um sie zu schlagen."

Barty erreichte zum ersten Mal das Finale beim Tennis-Klassiker und trifft am Samstag (15 Uhr MESZ/Sky) auf Karolina Pliskova (Tschechien), die Aryna Sabalenka aus Belarus mit 5.7, 6:4, 6:4 besiegte. Durch ihren vierten Halbfinaleinzug in Wimbledon wird Kerber in der kommenden Woche in der Weltrangliste immerhin um sechs Plätze auf Rang 22 klettern.

Barty startet meisterlich

Schon viermal hatten sich Barty und Kerber zuvor auf der Tour gegenübergestanden, mit ausgeglichener Bilanz gingen sie in ihr erstes Duell auf Rasen. Den letzten Vergleich 2018 in Wuhan hatte die Australierin glatt gewonnen, aber die 25-Jährige ging mit großem Respekt vor der acht Jahre älteren Kerber in die Partie.

"Eine von Angies größten Stärken ist, dass sie rennt, den Ball jagt und in unangenehmen Situation meine aggressiven Schläge und Waffen neutralisieren kann", sagte Barty - doch dass das alleine nicht reichen würde, merkte die Kielerin schnell. Sobald Kerber auch nur ein wenig zu passiv wurde, sah sie gegen Bartys Power und Präzision mit der starken Vorhand kein Land, direkt ihr erstes Aufschlagspiel gab sie ab.

Die deutsche Nummer eins musste selbst die Offensive suchen und sich jeden Punkt hart erkämpfen, weil Barty ihr kaum Geschenke machte. Die Australierin wirkte auch in brenzligen Situationen - gleich vier ihrer fünf Servicegames im ersten Satz gingen über Einstand - einen Tick entschlossener und wehrte alle drei Breakchancen Kerbers ab. Nach 34 Minuten tütete sie den ersten Durchgang mit einem Ass ein.

"Schöne Werbung fürs Frauentennis"

Wie gefährlich Kerber nach einer ersten Saisonhälfte zum Vergessen auf Rasen immer noch ist, hat sie erst in den vergangenen drei Wochen bewiesen. Mit zehn Siegen in Serie und dem Titel in Bad Homburg ging sie in ihr viertes Halbfinale an der Church Road. Die frühere Nummer eins der Welt fightete und feuerte sich lautstark an, entschärfte Bartys unangenehmen, tiefen Rückhand-Slice gut - und fand mit dem Break zum 2:0 den immens wichtigen Schub für den zweiten Satz.

Mehr zum Thema

In einem hochklassigen Match war es nun immer öfter Kerber, die die French-Open-Siegerin von 2019 vor sich hertrieb, mit ihren Emotionen riss sie auch das Publikum auf dem vollbesetzten Centre Court mit. "Beide Spielerinnen haben ein extrem hohes Level", sagte die frühere Halbfinalistin Julia Görges bei Sky: "Das ist schöne Werbung fürs Frauentennis."

Das Momentum war klar auf Kerbers Seite - bis sie zum Satzgewinn aufschlug und das Spiel zu null abgab. Die Spannung erreichte im Tiebreak den Höhepunkt, doch bei der Kielerin war nach einem weiteren heroischen Kampf die Luft raus.

Quelle: ntv.de, ara/sid

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.