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Schiffbruch vor Kapstadt Weltumseglern gelingt Rettungsaktion doch

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Das Boot von Kevin Escoffier ist wohl verloren, der Franzose konnte inzwischen gerettet werden.

(Foto: imago images/PanoramiC)

Bei der Vendée Globe eilen in der Nacht mehrere Konkurrenten Kevin Escoffier zu Hilfe: Der Franzose erlitt 550 Seemeilen vor Kapstadt Schiffbruch. Gewaltige Wellen verhindern zunächst die Rettung des verunglückten Seglers, später gelingt sie doch noch.

Nachdem der Franzose Kevin Escoffier bei der Vendée Globe sein Schiff nach einem Notruf verlassen musste, sollte auch der Hamburger Boris Herrmann in die Rettungsaktion eingreifen. Wie die Organisatoren am Montagabend mitteilten, seien Herrmann und Yannick Bestaven (Frankreich) dazu aufgefordert worden, zur Unterstützung in das Gebiet des in Not geratenen Escoffier zu fahren. Doch das ist inzwischen nicht mehr nötig: In der Nacht konnte Escoffier gerettet werden.

Escoffier, der bis dahin Drittplatzierte der Segelregatta, hatte etwa 550 Seemeilen von Kapstadt entfernt ein SOS-Signal gesendet und seinem Team einen Wassereinbruch an Bord gemeldet. Der 40-Jährige verließ bei fünf Meter hohen Wellen und zehn Grad Wassertemperatur die leckgeschlagene Yacht und begab sich in die Rettungsinsel.

Die Küstenwache hatte daraufhin zunächst Jean le Cam als nächsten Verfolger kontaktiert. "Jean le Cam ist in der Gegend angekommen und hat Kevin in seinem Rettungsfloß gesehen", hatten die Organisatoren gemeldet. Le Cam sei mit dem Motor unterwegs und bereite sich darauf vor, Escoffier zu bergen.

Wie die Veranstalter auf der Webseite mitteilten, habe Le Cam den Sichtkontakt aufgrund der schwierigen Bedingungen und der Dunkelheit aber zunächst wieder verloren. Die Reichweite von Escoffiers Funksignalen seien aufgrund der schweren See eingeschränkt, teilte die Rennleitung mit. Demnach seien die Wellen an der Unglücksstelle fünf Meter hoch gewesen, der Wind zwischen 20 und 25 Knoten schnell. Am frühen Dienstagmorgen kam schließlich doch noch die erlösende Meldung: "Riesige Erleichterung. Kevin ist an Bord, gesund und munter", twitterte Le Cam, der den havarierten Skipper von dessen Rettungsinsel vor dem Kap der Guten Hoffnung geborgen hatte.

Retter Jean Le Cam war vor knapp zwölf Jahren am 6. Januar 2009 selbst von seinem Landsmann und "PRB"-Skipper Vincent Riou vor Kap Hoorn von seiner auf dem Kopf treibenden Yacht gerettet worden. Dieses Mal war es der 61-jährige Rekordteilnehmer Le Cam, der einen "PRB"-Skipper aus einer lebensbedrohlichen Situation befreite.

Favorit scheiterte schon an technischen Problemen

Der als einer der Favoriten geltende Brite Alex Thomson hatte die Weltumseglung bereits aufgegeben. Nach technischen Problemen und tagelanger Reparatur in der vergangenen Woche machte ein Ruderbruch die weitere Teilnahme unmöglich. Ein Ersatzruder hat Thomson im Gegensatz zu anderen Teilnehmern wie dem Hamburger Herrmann nicht an Bord.

Thomsons Team hatte das Aus am Samstagabend bekannt gegeben: "Unglücklicherweise ist eine Reparatur nicht möglich. Wir akzeptieren deshalb, dass dies das Ende des Rennens für uns ist. Ich selbst, mein Team und unsere Partner sind tief enttäuscht." Er befand sich zu dem Zeitpunkt rund 1800 Seemeilen entfernt von Kapstadt, das er aus eigener Kraft in rund sieben Tagen anlaufen will.

Das Technik-Team des 46-Jährigen aus Gosport wird seinen Skipper dort empfangen. "Das ist total traurig und unfair", sagte der zu Beginn des 21. Tages auf See auf Platz acht liegende Thomson-Freund Boris Herrmann. "Ich hätte mir sehr gewünscht, dass er gewinnt."

Quelle: ntv.de, ter/dpa/sid