Formel1

Ferrari scheitert historisch Auf Vettel wartet in Monza eine Blamage

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In Spa hatte Vettel schon wenig Freude an seinem Ferrari, in Monza könnte es sogar noch schlimmer werden.

(Foto: HOCH ZWEI/Pool/COLOMBO IMAGES)

Der schwächste Motor der Formel 1 steckt im Ferrari - und ist nicht die einzige Schwachstelle der Scuderia. Für das Heimspiel in Monza ist wie in Spa wenig Gutes zu erwarten. Stattdessen droht Sebastian Vettel ein historisch mieses Ergebnis wie in der Vorwoche beim Großen Preis von Belgien.

Man spürt sie wohl schon in Maranello, die Last der Geschichte. Ferraris Jahr 2020 könnte sich als Tiefpunkt einbrennen in der stolzen Historie des Rennstalls - vor dem doppelten Heimspiel in Monza und Mugello kriecht die Scuderia daher schon mal pflichtschuldig zu Kreuze. Und reicht den Tifosi die Hand. "Wir sind enttäuscht und wütend", sagt Teamchef Mattia Binotto, "das gilt auch für unsere Fans, und sie haben allen Grund dazu. Es ist ein schwieriger Moment in einer harten Saison, aber in Zeiten wie diesen muss man zusammenstehen."

Das Problem: So richtig will das Team von Sebastian Vettel vor dem Rennen am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und im Liveticker bei ntv.de) noch nicht aussprechen, wie schlimm es wirklich ist. Am vergangenen Wochenende in Spa waren die Roten bis ans Ende des Feldes zurückgefallen, doch dieser Absturz, sagt Binotto, sei ein einmaliger Aussetzer gewesen. Dabei spricht vieles dafür, dass Ferrari auch beim Heimrennen im Königlichen Park nur mit den Hinterherfahrern mithalten kann.

Denn wie Spa ist Monza eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, und anders als Spa gibt es in Monza keinen kurvigen Streckenabschnitt. Dort geht es rasend geradeaus, dann wird hart gebremst, ein bisschen gelenkt, und dann geht es wieder rasend geradeaus. Und schon auf den schnellen Geraden in Spa war Ferrari ja geradezu "aufgefressen" worden, wie Vettel klagte.

Ausgerechnet auf dem Autodromo Nazionale, wo die Tifosi vor einem Jahr den Sieg von Charles Leclerc bejubelten, droht also die nächste Blamage. Und es wird immer schwieriger, diese Saison noch irgendwie zu retten, die Dimensionen des Scheiterns sind schon jetzt etwas für die Geschichtsbücher.

Die Aussichten sind düster

In Spa kamen beide Autos ins Ziel, trotzdem landete keines in den Top Ten - das hatte es für Ferrari zuletzt vor zehn Jahren gegeben. In der Gesamtwertung liegt die Scuderia momentan auf Rang fünf, so schlecht schloss das Team zuletzt vor fast 40 Jahren eine Saison ab.

Natürlich, im Laufe des Jahres mögen noch Strecken warten, welche die zahlreichen Schwächen des SF1000 weniger stark bestrafen. Doch selbst dann ist Ferrari in diesem Jahr nicht mehr als ein Mittelfeldteam, das ist mittlerweile klar. Denn zum einen sind Rennställe wie Racing Point, McLaren und auch Renault in diesem Jahr sehr wehrhaft.

Zum anderen hat sich Ferrari in eine Sackgasse entwickelt. Der Motor ist nach Schummel-Vorwürfen im Vorjahr nun der schwächste im Feld. Und das Auto, das aerodynamische Konzept, wurde noch unter der Annahme gebaut, dass Ferrari den stärksten Antrieb hat. Die Power-Unit war aber wohl nur so stark, weil sie Lücken im Reglement nutzte, die mittlerweile geschlossen sind. Und jetzt sind dem Team die Hände gebunden.

"Der Motor ist für dieses Jahr eingefroren, da können wir nichts machen", sagt Binotto: "Und auch für die Entwicklung des Autos gibt es Einschränkungen." Die gelten in Zeiten der Corona-Krise aber nicht nur für dieses Jahr, sondern in weiten Teilen auch für das nächste. Für Ferrari dürfte es also ein langer Weg aus der Krise werden. Und der beginnt mit ziemlich großer Sicherheit noch nicht an diesem Wochenende in Monza.

Quelle: ntv.de, Thomas Weitekamp, sid

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