Ferrari-Pilot Charles Leclerc hat den Großen Preis von Großbritannien in Silverstone gewonnen. Der Monegasse triumphierte vor George Russell im Mercedes, Lewis Hamilton komplettierte im zweiten Ferrari das Podest, verpatzte jedoch kurz vor Ende des Rennens wegen eines taktischen Fehlers den zweiten Platz.
WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli hatte Pech: Auf der Jagd nach Leclerc und dem Sieg ereilte ihn ein Schaden an seinem Silberpfeil. Der Italiener blieb einen Tag nach seinem Sieg im Sprint ohne Punkte. Sein Vorsprung in der Fahrer-WM vor Russell schrumpfte auf 25 Punkte. Hamilton ist mit 32 Zählern Rückstand Dritter.
Red-Bull-Star Max Verstappen flog kurz vor Ende des Rennens auf Platz drei liegend ins Kiesbett ab und schied aus. "Ehrlich, ich hasse diesen Wagen", fluchte der Holländer anschließend. "Wir hatten ein Problem am Heckflügel, er hatte keine Chance", gab Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies bei Sky zu Protokoll. "Das gleiche Problem wie in Österreich: Der Heckflügel hat nicht richtig geschlossen", fügte Verstappen später dazu.
Nico Hülkenberg blieb im Audi in Runde 38 mit einem Defekt liegen - die nächste Enttäuschung für den Routinier. Das deutsche Werksteam durfte sich immerhin über den achten Platz von Gabriel Bortoleto und vier Punkte freuen.
Danner: Nicht Antonelli das Highlight in Silverstone-Quali

Leclerc beendet lange Leidenszeit
"Etwas ist gebrochen", funkte Antonelli in einer spannenden Schlussphase verzweifelt an den Mercedes-Kommandostand durch. Zuvor hatte er dank frischerer Reifen in Windeseile einen Rückstand auf Leclerc aufgeholt. Vieles deutete auf den sechsten Saisonsieg des 19-Jährigen hin. Dann aber rauschte Antonelli offenbar zu heftig über einen Randstein, wobei im Bereich der Aufhängung etwas kaputt ging.
Auch Russell hatte Pech: Wegen eines schleichenden Plattfußes purzelte der Brite kurzzeitig vom Podest, profitierte dann aber von Verstappens Ausfall und einer Safety-Car-Phase unmittelbar vor Schluss, in der Hamilton einen unnötigen Stopp einlegte. Der Ferrari-Superstar verlor so Rang zwei und Ferrari den Doppelsieg auf englischem Boden. Leclerc gewann zum ersten Mal seit dem US-Grand-Prix in Austin 2024 wieder ein Rennen - 623 Tage hatte er warten müssen.
"Endlich!", funkte Leclerc an die Box: "Harte Arbeit zahlt sich aus." Er sei "so unglaublich froh". Die Scuderia zeigte damit erneut, dass sie Mercedes in diesem Jahr herausfordern kann. "Wir müssen noch arbeiten, um die Lücke vollständig zu schließen", sagte Hamilton: "Aber das Jahr läuft fantastisch." Sein zweiter Platz steht allerdings noch unter Vorbehalt: Weil er in der Schlussphase unter Gelben Flaggen zu schnell gefahren sein soll, droht Hamilton eine Zehn-Sekunden-Strafe. In diesem Fall würde er aus den Punkten fallen, da das Rennen nach Verstappens Abflug hinter dem Safety Car endete, die Abstände entsprechend knapp ausfielen.
Antonelli und Hamilton vergeigen das Losfahren
175.000 Fans im Home of British Motor Racing sahen zunächst wie Antonelli den Start verbockte und von Pole Position hinter Leclerc und Hamilton auf Rang drei zurückfiel. Hamilton indes zuckte beim Start zu früh und musste bei seinem Boxenstopp eine Fünf-Sekunden-Strafe absitzen. Bis dahin hielt er Antonelli lange auf, sodass Leclerc an der Spitze davonzog. In Runde elf überholte der WM-Leader den Rekordweltmeister im roten Renner auf der Strecke und war mir rund vier Sekunden Rückstand Zweiter.
Es entwickelte sich ein Strategiepoker. Leclerc stoppte in Runde 26 von 52, Antonelli erst zehn Runden später. Als der Italiener wieder auf die Strecke kam, hatte er mehr als sieben Sekunden Rückstand, knabberte diesen aber schnell ab. Ein spannendes Duell hing in der Luft - dann schlug bei Antonelli das Pech zu. "Das Bittere ist, dass der Kimi mit so großen Schritten auf Leclerc zugegangen ist, dass er ihn vermutlich sechs Runden vor Schluss erwischt hätte, dann hätten wir wahrscheinlich großes Racing gesehen. Das ist natürlich Pech, mir tut es für den Kimi leid", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.
Vier Runden vor Schluss flog Verstappen ab, das Safety Car kam heraus. Das Rennen endete so ganz unspektakulär hinter dem Pacemaker.

