"Könnte sich sein Bein brechen"Formel-1-Idol fordert Nürburgring-Verbot für Verstappen

Weil ihm die "neue" Formel 1 tierisch auf den Wecker geht, stillt Max Verstappen sein Verlangen nach Vollgas auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings. Eine zu große Gefahr, findet ein Experte - und fordert Red Bull zum Handeln auf.
Geht es nach dem kolumbianischen Motorsport-Idol Juan Pablo Montoya, sollte Formel-1-Rennstall Red Bull seinem Superstar Max Verstappen dessen GT3-Abstecher auf dem Nürburgring verbieten. "100 Prozent. Nein, sorry, 200 Prozent", antwortete Montoya in einem Podcast der spanischen Sportzeitung "AS" auf eine entsprechende Frage: "Es könnte einen Unfall geben, er könnte sich sein Bein oder den Arm brechen."
Der langjährige F1-Fahrer bezog sich auf den tödlichen Unfall auf der Nordschleife vom vergangenen Samstag. Bei einem Qualifikationsrennen zu den 24 Stunden auf dem Nürburgring war der finnische Amateurpilot Juha Miettinen nach einer Massenkarambolage ums Leben gekommen. Verstappen ging an dem Wochenende zum zweiten Mal in diesem Jahr für Mercedes in der Langstreckenserie NLS in einem GT3-Boliden an den Start, wurde aber disqualifiziert. Der Niederländer hat für die 24 Stunden auf dem Nürburgring (14. bis 17. Mai, live bei NITRO) bereits seine Teilnahme zugesagt.
"Das Geld, das Red Bull in ihn investiert hat, sollte ohne weiteres genug Grund sein, um zu sagen: 'Schau mal, wir haben dir die Chance gegeben, aber nach diesem Unfall haben wir das noch einmal überdacht und wir denken, dass es nicht sein sollte.' Ich persönlich hätte das getan, wenn ich der Boss von Red Bull wäre. Ich hätte Max angerufen und gesagt: 'Mein Herr, bitte setzen Sie sich nicht mehr in dieses Auto'", äußerte Montoya einen Rat an Red-Bull-CEO Oliver Mintzlaff.
"Red Bull hat Angst, ihn zu verlieren"
Verstappens Vertrag in der Formel 1 bei Red Bull läuft noch bis Ende 2028. Der 28-Jährige hat in der laufenden Saison immer wieder mit Rücktritt kokettiert, weil ihm die 2026 eingeführten Regeln der Königsklasse nicht gefallen. Verstappen sieht die "DNA" der Formel 1 in Gefahr, weil die neuen Motoren, die zur Hälfte elektrisch angetrieben werden, die Piloten zum Haushalten mit der Batterie zwingen - was auch bewusstes Vom-Gas-Gehen erfordert. Auch über einen Wechsel des viermaligen Weltmeisters zum derzeitigen Branchenprimus Mercedes oder McLaren wird im Fahrerlager spekuliert.
In Verstappens Vertrag ist laut Berichten eine leistungsbezogene Klausel verankert, die ihm einen vorzeitigen Wechsel erlaubt, sofern er mit Red Bull zur Sommerpause der Formel 1 nicht mindestens Zweiter in der Fahrer-WM ist. Nach drei Grands Prix der laufenden Saison rangiert er lediglich auf Platz neun.
Wegen der doppelten Unzufriedenheit Verstappens - einerseits mit der Formel 1 an sich, aber auch mit Red Bull - sieht Montoya den Rennstall in einer schlechten Position, um den Nürburgring-Abenteuern des Superstars einen Riegel vorzuschieben. Red Bull werde kein Verbot erteilen, "weil sie Angst haben, ihn zu verlieren". Das Team wolle Verstappen auf keinen Fall verärgern.