Bald bei McLaren?

Um Verstappen ranken sich spektakuläre Tausch-Gerüchte

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Fährt Max Verstappen bald im papayafarbenen Anzug von Oscar Piastri? (Foto: Asanka Brendon Ratnayake/AP/dpa)
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26.06.2026 | 12:34 Uhr
Max Verstappen betont immer wieder, dass er in der Formel 1 derzeit keinen Spaß hat. Ändert der viermalige Weltmeister deswegen seinen Kurs? Von einem spektakulären Wechsel schon im kommenden Jahr ist die Rede.

Vorfreude auf das Heimspiel seines Red-Bull-Rennstalls ist bei Max Verstappen nicht mal im Ansatz zu spüren. "Wir wissen, dass es uns an Leistung mangelt", sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister: "Daher geht es vor allem darum, das Auto zu verbessern. Das ist, was wir alle wollen." Doch nicht nur sein mangelhafter Dienstwagen verhagelt dem 28-Jährigen gehörig die Laune, auch die nicht enden wollenden Spekulationen um einen vorzeitigen Abschied von seinem Rennstall nerven Verstappen gewaltig.

Angeblich laufen Verhandlungen mit dem Weltmeisterteam von McLaren, will nun die englische "Daily Mail" vor dem Großen Preis von Österreich am Sonntag (15 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker, Qualifying am Samstag ab 15.30 Uhr auf RTL+) erfahren haben. Demnach könnte Verstappen mit Oscar Piastri die Cockpits tauschen, vielleicht schon 2027. Dass Verstappen, derzeit nur enttäuschender WM-Siebter, vorzeitig aus seinem noch bis Ende 2028 laufenden Vertrag aussteigen kann, weil er nur hinterherfährt, hält sich als Gerücht hartnäckig. Ein Wechsel zu McLaren könnte durchaus Sinn ergeben, weil dort sein engster Vertrauter, Renningenieur Gianpiero Lambiase, anheuert.

"Wir möchten den Weg mit Red Bull weitergehen und Max seine Karriere hier beenden - aber natürlich mit der Möglichkeit zu gewinnen", sagte Verstappens Manager Raymond Vermeulen zuletzt in der "Sport Bild". Medien spekulieren, dass Verstappen zum Jahresende bei Red Bull gehen kann, wenn er zum Start der Sommerpause nicht mindestens WM-Zweiter ist. Bei noch vier WM-Läufen bis dahin gilt das Erreichen dieser Position angesichts des Rückstands auf Branchenführer Mercedes schon jetzt als fast unmöglich.

"Wir waren immer loyal"

Vermeulen bestätigte eine Ausstiegsklausel, allerdings ohne Details zu nennen. Diese habe es auch in der Vergangenheit schon gegeben. "Wir haben aber nie eine eingelöst. Im Gegenteil. Wir waren immer loyal und werden es auch bleiben", sagte er. Und trotzdem: Ein klares Bekenntnis von Verstappen zu Red Bull über das Saisonende hinaus gibt es nicht. "Wir wollen nicht das viertbeste Team sein, wir wollen besser werden", sagte er in der Steiermark.

Bei den Konstrukteuren liegt das einst so dominante Red-Bull-Team nach den umgreifenden Regeländerungen außerhalb der Top Drei hinter Mercedes, Ferrari und McLaren. Zwar wurde der Rückstand zur Spitze verringert, doch Verstappen weiß: "Der schwierigste Schritt ist immer der letzte, nach dem man wirklich um den Sieg kämpfen kann." Er attestierte nach dem Abgang von viel Top-Personal zur Konkurrenz zumindest, dass alle in seinem Umfeld akribisch arbeiten: "Das Team gibt Vollgas, um das Auto schneller zu machen."

Aber es ist das übliche Katz-und-Maus-Spiel. Auch die anderen Teams werden im Jahresverlauf immer schneller, Red Bull muss noch mehr leisten, um den Ausnahmefahrer zufriedenzustellen. Noch im Vorjahr wurde über einen Wechsel zu Mercedes spekuliert, ob das weiter eine Option ist, bleibt abzuwarten. George Russell sagte in Spielberg, er werde auch 2027 für den deutschen Autobauer hinterm Lenkrad sitzen. Teamkollege Kimi Antonelli ist ohnehin unumstritten, nach fünf Siegen aus sieben Rennen führt der Italiener im Alter von nur 19 Jahren die Gesamtwertung an. Er ist die Zukunft der Silberpfeile.

Spaß ist abhandengekommen

Vier Große Preise und drei Sprintrennen hat Verstappen auf dem Red-Bull-Ring in Österreich schon gewonnen. Dass bei Gluthitze von bis zu 36 Grad am Wochenende ein weiterer dazu kommt, ist eher unwahrscheinlich. Allerdings wird es einige technische Verbesserungen am Auto geben, es soll das größte Upgrade-Paket des Jahres für den RB22 werden. "Hoffentlich läuft es besser", sagte Verstappen. Schon seine elfte Saison sitzt er im Cockpit des Rennstalls, fuhr in dieser Zeit 71 Siege und 48 erste Startplätze heraus.

In seinem Gesicht lässt sich dieser Tage aber ablesen, dass ihm der Spaß gerade verloren gegangen ist. Mit dem neuen Energie-Management kann der Vollblutfahrer weiter wenig anfangen. "Natürlich erfordert jede Regeländerung auch eine etwas andere Herangehensweise beim Fahren", sagte er. Verstappen will aber eben Vollgas geben, mit seinem kompromisslosen Fahrstil endlich wieder die Szene beherrschen und die Konkurrenten zum Verzweifeln bringen.

Auch weil das nicht möglich ist, wäre er gerade wohl lieber an einem anderen Ort. "Ich würde mir wünschen, dass ich auch in Spa fahren könnte", sagte Verstappen mit Blick auf das legendäre 24-Stunden-Rennen ab Samstag auf dem Traditionskurs in Belgien: "Ich habe ihnen bereits gesagt, dass es für nächstes Jahr ideal wäre, wenn sie das Rennen außerhalb eines Formel-1-Wochenendes ansetzen könnten."

Verstappen liebt die Ausflüge in die Langstreckenserie - weil er das Rennfahren liebt. "Im Grunde mache ich genauso viel wie früher", berichtete er mit Blick auf seinen Arbeitsaufwand. Nur die Erfolgserlebnisse fehlen. Immerhin: Auf den Kurs von Spa-Francorchamps geht es für ihn trotzdem bald. In drei Wochen macht die Formel 1 in den Ardennen Station.

Verwendete Quellen: ntv.de, Thomas Wolfer, dpa