Formel1

Die GP-Lehren aus Portugal Vettels neuer Kollege ist ein Formel-1-Risiko

Lewis Hamilton liefert in Portugal einen weiteren Beweis für sein Ausnahmetalent. Beim Debüt der Formel 1 an der Algarve lässt sich der Weltmeister auch vom aufregenden Start nicht beirren und holt sich den Rekordsieg. Sebastian Vettel schleppt sich derweil würdevoll Richtung Saisonende.

Für Lewis Hamilton gibt es keine Superlative mehr: Die Superlative gehen einem allmählich aus, will man dem Herrscher der Formel 1 wirklich gerecht werden. Wann immer es an einem Grand-Prix-Wochenende ernst wird, macht auch Lewis Hamilton ernst. In Portugal ließ er in allen drei Trainingsdurchgängen seinem Teamkollegen Valtteri Bottas den Vortritt, als dann im Qualifying die Crunch Time anbrach, flog Hamilton scheinbar mühelos auf die Pole Position. Mit seinen 35 Jahren gehört der Champion wahrlich nicht mehr zur Next Gen, im Gegenteil, älter als er ist nur der Finne Kimi Räikkönen (41). Allerdings, so scheint es, wird Hamilton von Jahr zu Jahr immer besser.

Valtteri Bottas ist Hamilton in allen Belangen unterlegen: Er glaubt immer mal wieder, auf Augenhöhe mit Lewis Hamilton zu sein, doch wie weit er tatsächlich von seinem Teamkollegen entfernt ist, musste Valtteri Bottas in Portugal einmal mehr schmerzlich erfahren. 26 Sekunden nach Hamilton fuhr Bottas auf Platz zwei ins Ziel - Lichtjahre in dem Hochgeschwindigkeitssport Formel 1. Wenn es darauf ankommt, ist der Finne dem Briten in allen Aspekten unterlegen: Er hat ein schlechteres Reifenmanagement, er macht mehr Fehler, er bremst früher, er geht eher vom Gas. Bottas ist und bleibt Hamiltons Wingman. Und ein willkommener Punktesammler für Mercedes.

Sebastian Vettel erträgt seinen Ferrari-Abgang mit Würde: Der Mann war viermal Weltmeister, Sebastian Vettel gilt als einer der anerkannt besten Fahrer im Feld. Bei Ferrari steht er auf dem Abstellgleis, das weiß er spätestens, seitdem ihn die Scuderia Anfang Juli von seinem Rauswurf zum Saisonende informiert hat. Vettel weiß auch, dass Ferrari alles auf Charles Leclerc setzt, der junge Monegasse ist für Maranello die Zukunft, Vettel eine längst vergessene Vergangenheit. Dennoch nimmt er die Situation mit Würde. Und hofft insgeheim sicher darauf, es Ferrari 2021 im Aston Martin heimzahlen zu können.

Lance Stroll profitiert von den Milliarden seines Vaters: Vettels künftiger Teamkollege wird ihm dabei allerdings keine große Hilfe sein. Dass Lance Stroll nur wegen der Milliarden seines Vaters in der Formel 1 mitmachen darf, wurde in Portugal einmal mehr überdeutlich. Der Kanadier kassierte wegen seiner Fahrweise einige Zeitstrafen, er setzte mehrmals zu riskanten und letztlich völlig hoffnungslosen Überholmanövern an und wurde schließlich von seinem Team zur Vermeidung größeren Unheils in die Box gepfiffen. Mit ein paar Millionen kann man sich zwar einen Rennstall kaufen, aber ein Sieger ist man damit längst noch nicht, oder frei übersetzt: Geld allein gewinnt keine Rennen ...

George Russell könnte der ganz große Pechvogel werden: ... kann aber für gehörige Ungerechtigkeiten sorgen. George Russell ist nicht umsonst Mercedes-Protege, der junge Brite ist schnell, eloquent und ehrgeizig. Im bisherigen Saisonverlauf hielt er seinen Williams-Teamkollegen Nicholas Latifi deutlich auf Distanz, sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Dennoch droht Russell der Verlust seine Cockpits - es geht natürlich um Geld. Latifi hat millionenschwere Sponsoren hinter sich, er sitzt ganz sicher auch 2021 im Williams. Und das Cockpit von Russell wird sich voraussichtlich der Mexikaner Sergio Perez kaufen, ebenfalls unterstützt von potenten Geldgebern. Und Russell? Tja, der hat zwar Talent, aber keine Kohle.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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