Fußball-EM

Seehofer: "Verantwortungslos" UEFA wehrt sich gegen Kritik an Fan-Rückkehr

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Beim Spiel England gegen Deutschland in Wembley feierten 45.000 Fans den Sieg der Heimmannschaft.

(Foto: picture alliance / GES/Marvin Ibo G?ng?r)

Die Rückkehr der Zuschauer bei der EM bleibt umstritten. Die Wut auf die UEFA wächst. Doch die weist jede Kritik von sich. Die Verantwortung liege bei den lokalen Behörden, sagt die Europäische Fußball-Union. Scharfe Kritik kommt vom Bundesinnenminister.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hält an ihren Plänen zu der umstrittenen Zuschauerzulassung bei der Europameisterschaft fest. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie seien an jedem Spielort vollständig mit den Regularien der zuständigen lokalen Gesundheitsbehörden abgestimmt, teilte die UEFA mit. Die finale Entscheidung über die Anzahl der zugelassenen Zuschauer bei den Spielen und die Einreisebestimmungen liege im Verantwortungsbereich der lokalen Behörden - die UEFA folge diesen.

Scharfe Kritik kam dagegen erneut von Bundesinnenminister Horst Seehofer. Er halte die Position der UEFA für "absolut verantwortungslos", sagte er bei der Bundespressekonferenz in Berlin. "Wir alle wissen, dass die Kontaktvermeidung und bestimmte Hygienevorschriften unabdingbar sind, um die Infektionen eines Tages zu überwinden", sagte Seehofer. Wenn man aber die Bilder sehe von "Menschen, die sehr dicht aufeinander sind" und "Erfolge feiern mit großen Umarmungen", sei "vorgezeichnet, dass dies das Infektionsgeschehen befördert".

Er könne "nur an die UEFA appellieren, es nicht auf die örtlichen Gesundheitsbehörden abzuschieben", sagte der Minister weiter. "Ein Sportverband sollte schon klar erklären: Wir wollen das nicht, wir reduzieren die Zuschauerzahl." Der Kommerz dürfe "nicht den Infektionsschutz für die Bevölkerung überstrahlen". Vor Seehofer hatten sich schon Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sowie SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sehr kritisch zur großflächigen Fan-Rückkehr in die Stadien geäußert.

60.000 Zuschauer beim Finale

"Es ist nicht völlig auszuschließen, dass Veranstaltungen und Versammlungen letztlich zu einer lokalen Erhöhung der Fallzahlen führen könnten", sagte der medizinische Berater der UEFA, Daniel Koch. "Aber dies würde nicht nur für Fußballspiele gelten, sondern auch für alle Situationen, die nun im Rahmen der von den zuständigen örtlichen Behörden beschlossenen Lockerungsmaßnahmen erlaubt sind."

Die europaweiten Impfkampagnen und Grenzkontrollen würden "dazu beitragen, dass in Europa keine neue große Welle startet und die jeweiligen Gesundheitssysteme unter Druck setzt, wie dies bei den vorherigen Infektionswellen der Fall war".

Bei der 0:2-Niederlage der deutschen Nationalelf im EM-Achtelfinale gegen England am Dienstag waren 41.973 Zuschauer im Londoner Wembley-Stadion. Für die Halbfinals und das Endspiel sollen sogar 60.000 Zuschauer zugelassen werden. Weil die Corona-Zahlen durch die Delta-Variante zuletzt in Großbritannien wieder stiegen, ist der Schritt umstritten.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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