Matthäus angefressen

"Es ist gut, dass Deutschland verloren hat"

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26.06.2026 | 14:59 Uhr
Zweimal gewinnt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM, es macht sich schon ein bisschen Zuversicht breit. Doch im Vorrundenfinale gibt es einen herben Dämpfer. Lothar Matthäus ist angefressen.

Zum Vorrundenabschluss verliert die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erstmals ein Spiel bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko. Größere Folgen hat das 1:2 (1:1) gegen Außenseiter Ecuador für das DFB-Team nicht, der Einzug in die K.o.-Runde als Gruppensieger stand schon vor dem Duell mit den Südamerikanern fest. Aber die Vorstellung der Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann wirft Fragen auf.

Lothar Matthäus ist angefressen: "Die Leistung hat nicht gestimmt. Man kann ein Spiel verlieren, aber gestern hat man ein Spiel gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner verdient verloren. Das macht die Menschen nachdenklich", sagt der Weltmeister im Interview mit ntv/RTL. "Aber: Es ist gut, dass Deutschland verloren hat, um wieder aufzuwachen."

"Durcheinander und Verunsicherung"

Leroy Sané hatte Deutschland schon in der 2. Minute in Führung gebracht, es war das zweitschnellste Tor in der deutschen WM-Geschichte. Sicherheit brachte der schnelle Treffer nicht: Nur wenige Minuten später glich Ecuador, das mit dem Sieg selbst den Einzug ins Sechzehntelfinale klarmachte, durch Nilson Angulo aus (9.).

In der Folge schaffte es das DFB-Team kaum, Chancen zu erspielen, einfache Fehler ermöglichten Ecuador immer wieder Kontermöglichkeiten oder hohe Ballgewinne.

Als Nagelsmann, der die deutsche Mannschaft zum Anpfiff nur auf zwei Positionen im Vergleich zu den ersten beiden Spielen verändert hatte, nach einer Stunde zur großen Rotation ansetzte, war die Ordnung dann endgültig verloren.

Neuer greift daneben, dann schlägt es ein

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"Die Spieler, die in der 60. Minute gekommen sind, hätte ich auch von Anfang an spielen lassen können, um diese Belastungssteuerung zu haben. Dann hätte man nicht dieses große Durcheinander und die Verunsicherung in der Mannschaft gehabt", kritisiert Matthäus. "Die vielen Wechsel haben ganz sicher nicht dazu beigetragen, dass die Mannschaft eine gewisse Sicherheit bekommt, um dieses Spiel dann noch zu drehen. Ich hätte es genau umgekehrt gemacht."

"Keine Entschuldigungen mehr"

In der 77. Minute traf Ecuadors Gonzalo Plata zum Sieg, auch Deutschlands Super-Joker Deniz Undav konnte nichts bewegen. Beim entscheidenden Gegentreffer sah der deutsche Rekordnationalspieler Matthäus auch "Manuel Neuer mit in der Verlosung", auch wenn der zum WM-Auftakt ins deutsche Tor zurückgekehrte Weltmeister von 2014 "nicht allein schuldig" am Nackenschlag sei.

Aber: "Auch bei den letzten Weltmeisterschaften hat er nicht bei jedem Gegentor den glücklichsten Eindruck hinterlassen."

Trotz des herben Dämpfers wird die deutsche Mannschaft am Montag (22.30 Uhr/ZDF, MagentaTV und im Liveticker auf ntv.de) erstmals seit dem WM-Finale von 2014 wieder ein Alles-oder-Nichts-Spiel bei einer Weltmeisterschaft bestreiten.

"Ab jetzt gibt es keine Entschuldigungen mehr, nur noch Volldampf nach vorne. Ab der K.o.-Phase wird der kleinste Fehler bestraft. Ich hoffe, dass Julian Nagelsmann die richtigen Worte findet, um die Mannschaft wieder aufzubauen", sagt Matthäus.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter