"Glaube nicht, dass es Foul war"

Trump: Habe Infantino um Überprüfung der Sperre von Balogun gebeten

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06.07.2026 | 16:25 Uhr
Donald Trump, der Fußball-Experte. So geriert er sich während der Weltmeisterschaft - und weil er findet, dass US-Stürmer Balogun kein Foul begangen hat, bittet er bei FIFA-Präsident Infantino um die Überprüfung von dessen Sperre. Der Weltverband reagiert zu seinen Gunsten.

US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass er FIFA-Präsident Gianni Infantino um die Überprüfung einer Roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun gebeten hat. Er halte die Entscheidung des "schrecklichen" Schiedsrichters nicht für gerechtfertigt, erklärte Trump am Montag vor Journalisten im Oval Office. "Ich habe lediglich um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht glaube, dass es ein Foul war", sagte er weiter. "Alles, was ich getan habe, war, um eine Überprüfung zu bitten. Ich habe nicht gesagt, ihr müsst das tun."

Aus seiner Sicht sei es "noch nicht einmal ein Foul gewesen", sagte Trump weiter. Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien bezeichnete er als "ein bisschen suspekt, wenn man sich seine Vergangenheit anschaut. Er hat eine Entscheidung getroffen, die niemand glauben konnte." Balogun sei der beste Spieler der USA, "und er hat ihm die Rote Karte gegeben. Ich wusste gar nicht, was das bedeutet."

Trump erklärte weiter mit Blick auf Belgien: "Wenn sie uns schlagen, können sie wirklich stolz sein. Andernfalls, wenn sie uns schlagen, werden wir sagen – ich werde sagen, dass es manipuliert war, genau wie die Wahl 2020 manipuliert war, aber darauf werde ich nicht näher eingehen." Die sogenannte "Big Lie" ist eine Verschwörungserzählung von Trump und weiteren Republikanern, nach der die US-Präsidentschaftswahl 2020 angeblich gefälscht war. Trump hatte bei dieser gegen den Demokraten Joe Biden verloren.

Die FIFA hatte zuvor mitgeteilt, die wegen der Roten Karte verhängte Sperre gegen Balogun zur Bewährung auszusetzen. Damit ist der Torjäger spielberechtigt für die WM-Achtelfinalpartie der USA gegen Belgien(Dienstag, 2 Uhr/ARD, MagentaTV und im ntv.de-Liveticker) . Trump hatte sich zuvor in seinem Online-Netzwerk Truth Social bei der FIFA dafür bedankt, "dass sie das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat".

Infantino weist Einflussnahme zurück

Infantino verteidigte nach Trumps Pressekonferenz die FIFA in der Causa. Zudem wies er Kritik zurück, wonach Trumps Intervention Einfluss auf die Entscheidung genommen habe. In dieser Angelegenheit habe er "tatsächlich einen Anruf von Präsident Donald Trump erhalten", teilte der Schweizer in einer vom Weltverband verbreiteten Stellungnahme mit. Infantino betonte darin, dass die FIFA-Disziplinarkommission "unabhängig" sei.

Darauf habe er auch in dem Gespräch mit Trump hingewiesen. Er habe erläutert, "dass ein laufendes Rechtsverfahren vor den unabhängigen Justizorganen der FIFA anhängig sei und dass der Fall zu gegebener Zeit von den zuständigen Gremien entschieden werde", sagte der FIFA-Präsident: "So funktioniert das System der FIFA, und dieses Prinzip werde ich immer verteidigen."

Die Unabhängigkeit der Justizorgane sei "für die Glaubwürdigkeit und Integrität des Fußballs unerlässlich, und dies muss stets respektiert werden", sagte Infantino. Manchmal überraschten ihn die Entscheidungen der FIFA-Disziplinarkommission. "Manchmal stimme ich ihnen zu, und manchmal stimme ich ihnen nicht zu. Was ich jedoch immer tue, ist, diese Entscheidungen und die Autonomie der Gremien, die sie treffen, zu respektieren."

Belgien: FIFA konstruierte ein Berufungsverfahren

Der belgische Verband ficht die Aussetzung der Sperre an, er sehe "keine andere Möglichkeit". Die Belgier teilten mit, ein Schreiben an die FIFA gerichtet zu haben mit der Bitte, eine Kopie der Entscheidung im Fall Balogun und eine Erläuterung des angewandten Verfahrens zu bekommen. Als einzige Reaktion habe der RBFA ein Schreiben der FIFA erhalten, in dem sie erklärte, die Korrespondenz als Berufung zu werten. Zudem teilte der Weltverband den Angaben nach mit, dass bereits ein Richter bestellt worden sei und dem RBFA nur wenige Stunden blieben, um diese Berufung zu vervollständigen.

Das Problem: Nach den eigenen Regularien der FIFA sei eine Berufung nur zulässig, wenn dem Berufungsführer zuvor die begründete Entscheidung zugestellt wurde, so der RBFA. "Obwohl der RBFA lediglich berechtigte Erklärungen verlangte, konstruierte die FIFA selbst ein Berufungsverfahren und sorgte zugleich dafür, dass dieses als unzulässig eingestuft werden würde", hieß es im Statement der Belgier.

Laut "The Athletic" soll ein Mitglied des FIFA-Berufungsausschusses, das keinem UEFA- oder CONCACAF-Verband angehört, über den Fall entscheiden. Bis zum Anpfiff des Spiels bleiben nur noch wenige Stunden.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/rts/dpa