Jubel mit Spaniern

Trump wird ausgebuht und sorgt für nächsten WM-Eklat

David BeduerftigVon David Bedürftig, New Jersey
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Ob erwünscht oder nicht, einer will immer ins Scheinwerferlicht. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)
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20.07.2026 | 04:18 Uhr
Er hat es schon wieder getan: Nachdem Trump zunächst alle Spanier und Argentinier lange auf dem Rasen warten lässt, mogelt sich der US-Präsident aufs Siegerbild. Selbst Infantino kann ihn nicht wegzerren, Buhrufe hagelt es aber schon vorher.

Alle sind bereit, aber Donald Trump lässt sie warten. Absurde Szenen spielen sich auf dem Rasen von New Jersey ab, nachdem Spanien sich mit einem 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien zum Weltmeister 2026 gekrönt hat.

Lionel Messi und Co. schleichen sich von der einen Seite des Spielfelds auf die andere zur Medaillenübergabe und müssen beinahe zehn Minuten lang vor dem Spalier der Spanier stehen, weil der US-Präsident und FIFA-Boss Gianni Infantino noch nicht bereit sind. Irgendwann hat die argentinische Mannschaft genug und dampft wieder ab. Ein paar Minuten später geht es über das gesamte Feld wieder zurück - und dann schreiten Trump und Infantino über den Rasen.

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Messi abgemeldet - nur Spanien spielt im WM-Finale Fußball

Laute Buhrufe hallen durchs Rund, die nicht von der Musik übertönt werden können. Trump winkte trotzdem entschlossen ins Publikum. Zu den Klängen von Shakira geht es schließlich los mit den Ehrungen. Aber die Spanier Pau Cubarsi, Unai Simon und Rodri, die die Awards für den jüngsten Spieler, den besten Torwart und den Spieler des Turniers gewinnen, lassen Trump beinahe stehen. Auch vom Präsidenten, der das Land Spanien im März noch als "Verlierer" mit "schlechten Leuten" bezeichnet hatte, gibt es nur kurze Worte.

Trump drängt in den Mittelpunkt

Anders ist das, als mit Messi der erste Argentinier kommt, der ein doppelt so langes Händeschütteln und beinahe einen Redeschwall abbekommt. Spaniens Teeniestar Lamine Yamal bekommt wenig später immer noch einen Schulterklopfer.

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Trump kapert WM-Siegerehrung - selbst Infantino blitzt ab

Bei der Pokalübergabe kommt es wie schon bei der Zeremonie nach dem Finale der Klub-WM 2025 zum Eklat. Trump und Infantino tragen die Trophäe gemeinsam zu den Spaniern, anschließend bleibt der US-Präsident eiskalt auf dem Podest stehen. Infantino will ihn wegzerren. Erst nach links, dann nach rechts. Trump grinst das alles weg. Er schüttelt den Spaniern in der ersten Reihe noch die Hände, stellt sich dann zu ihnen - um auf allen Jubelbildern in der Welt zu sehen zu sein.

Dann also doch im Scheinwerferlicht der WM. Eine der Überraschungen der Weltmeisterschaft zuvor ist Trumps physische Abwesenheit beim Turnier. Schließlich nutzt der Republikaner sonst große Sportevents als Bühne wie kein Präsident vor ihm (1994 schickte Bill Clinton gar seinen Vizepräsidenten zum WM-Endspiel) und nennt FIFA-Präsident Gianni Infantino seinen "guten Freund". Er rühmte sich immer wieder, die Fußball-Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele in die Vereinigten Staaten geholt zu haben und gründete eine Arbeitsgruppe zur WM, deren Vorsitz er innehat. Auch den umstrittenen FIFA-Friedenspreis nahm er dankend entgegen.

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Prügelei nach Finale: Argentinier geht auf Gegner los

Trump liebt die Aufmerksamkeit

Seit seinem Antritt für eine zweite Amtszeit hat er etliche Sportevents besucht und für seine Zwecke ausgenutzt. Im Juni besuchte Trump das dritte Spiel der NBA-Finalserie der Knicks in New York. Der Präsident, der in einer Loge hinter Panzerglas saß, musste miterleben, wie die Knicks ihre erste Playoff-Niederlage seit April hinnehmen mussten und ihre Siegesserie von 13 Spielen beendeten - und bekam ein böses Pfeifkonzert um die Ohren.

Aufmerksamkeit liebt Trump bekanntlich. Der Republikaner wusste schon lange vor seiner politischen Karriere die Macht von Menschenmengen und Veranstaltungen zu nutzen, die erst in den Medienhäusern und später in den sozialen Medien hohe Einschaltquoten und Klickzahlen erzielen.

Argentinier wüten, Spanien feiert - und ganz am Ende weint Messi

Bevor er die wohl einseitigsten 120 Minuten eines WM-Finales bislang überstehen muss, startet Trump mit einer Runde Golf in den Morgen. Um 14.16 Uhr Ortszeit landet eine Horde Helikopter am Stadion in New Jersey. Einer davon, der "Marine One", transportiert Donald Trump, die anderen lenken ab. Aufgrund der Anwesenheit von Trump wurden im Vorfeld des Spiels zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, wodurch sehr lange Schlangen am Stadion entstehen. Nur ein kleiner Einblick in die Security des Präsidenten: Als er im Februar 2025 als erster amtierender Präsident an einem Super Bowl teilnahm, beliefen sich allein die Hotelkosten für die Mitarbeiter des Secret Service auf über 115.000 US-Dollar.

Trump wird kaum gezeigt

Auf seinem Platz angekommen winkt der US-Präsident in die Massen, aber im Stadion bekommt das kaum jemand mit. Nicht einmal während der US-Hymne, bei welcher der Präsident salutiert, wird er auf den vier überdimensionalen Bildschirmen eingeblendet, nur für eine Sekunde danach. Es gibt vereinzelte Buhrufe, aber der Fokus der Fans liegt klar auf der Partie.

Trump steht neben Melania und Gianni Infantino in der mit Plexiglas abgesicherten Ehrenloge. Ein paar Meter weiter sitzen Kanadas Premierminister Mark Carney und Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum. Es kommt auch zu einer Begrüßung zwischen Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez und Trump. Der US-Präsident hat die Politik von Sanchez mehrfach kritisiert. Mit seiner eigenen Politik versucht er es während der WM dafür, das Turnier auch ohne vorherige Anwesenheit im Stadion zu instrumentalisieren und seine ICE-Menschenrechtsverletzungen zu normalisieren.

Dann wird der WM-Pokal im Louis-Vuitton-Koffer aufs Spielfeld gebracht. Äußerst ungewöhnlich: In der 10. Minute des Endspiels bekommt Trump plötzlich Besuch von der Trophäe, er grinst und tätschelt sie herzlich. FIFA-Präsident Infantino schaut freudig zu. Zweieinhalb Stunden später bekommt Trump seinen großen Auftritt. Und sorgt bei der Pokalübergabe wieder für Lacher und Ärgernis, weil er das Siegerpodest nicht verlässt.

Verwendete Quelle: ntv.de