Mund zuhalten ist okay

UEFA zieht bei Rot-Regel der FIFA nicht mit

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02.07.2026 | 18:30 Uhr
Wer sich den Mund zuhält, sieht bei der Fußball-Weltmeisterschaft Rot. Eine harte Bestrafung, die bereits zweimal zur Anwendung kam. In den europäischen Wettbewerben wird es das nicht geben.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft sind bereits zwei Spieler mit Rot vom Platz gestellt worden, weil sie sich die Hand vor den Mund hielten. Die neue Regel, die im April vom International Football Association Board (IFAB) genehmigt wurde, hat also bei der WM Konsequenzen. Doch sie wird nach dem Turnier, mindestens in Europa, erst einmal wieder in Vergessenheit geraten.

Denn der europäische Fußball-Verband UEFA teilte mit, diese Rote-Karten-Regel in der Champions League, der Europa League und der European Conference League nicht zur Anwendung zu bringen. Und das, obwohl die Grundlage für die Regel in einem UEFA-Spiel geschaffen wurde. Im Februar hatte Benficas Flügelspieler Gianluca Prestianni während des Champions-League-Spiels gegen Real Madrid sein Trikot hochgezogen und damit seinen Mund verdeckt, als er mit Vinicius Jr. sprach. Prestianni wurde anschließend wegen rassistischer Beleidigungen beschuldigt und gesperrt. Sechs Spiele Sperre bekam er aufgebrummt, drei davon wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Die FIFA setzte daraufhin auf Geheiß von Präsident Gianni Infantino schnell eine Regel auf, die "abschreckende Wirkung" haben soll. Wer mit zugehaltenem Mund spricht, wird vom Schiedsrichter mit Rot bestraft. Zweimal ist das nun bei der WM bereits passiert. Erster "Leidtragener" der neuen Regel war Paraguays Miguel Almiron. Im Spiel gegen die Türkei hielt er sich die Hand vor den Mund, hatte die neue Regel anders als die türkischen Spieler noch nicht verinnerlicht. Auf vehemente Hinweise der Türken und der Überprüfung durch den Video-Assistenten wurde Almiron vom Platz gestellt und für ein Spiel gesperrt. Der zweite Rotsünder war dann Ecuadors Verteidiger Piero Hincapie. Der frühere Leverkusener und heutige Arsenal-Profi leistete sich den Fauxpas im K.o.-Spiel gegen Mexiko (0:2).

Absurder WM-Blackout: Almirón sieht wegen neuer Regel Rot

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UEFA übernimmt Eckball-Überprüfung

Der UEFA zufolge sollen Schiedsrichter die Situation individuell beurteilen und entscheiden, ob es sich um einen "Versuch handelt, die Kommunikation als unsportliches Verhalten zu verschleiern". Dann würde es Gelb geben. Weiter heißt es: "Dies gilt selbstverständlich unbeschadet etwaiger disziplinarischer Untersuchungen oder Verfahren, die sich aus einem solchen Verhalten ergeben oder damit in Zusammenhang stehen." Grundsätzlich ist in einer solchen Situation also erstmal von einer Schuld auszugehen - was der normalerweise bestehenden Unschuldsvermutung widerspricht.

Eine andere Regel, die bei der XXL-WM zur Anwendung kommt, schafft es aber auch in die UEFA-Bücher: Eckbälle werden künftig vom VAR überprüft. Sollten diese falsch gegeben worden sein, kann der Video-Assistent eingreifen. Bei der WM wurden bislang 22 Eckbälle in einen Abstoß umgewandelt.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara