Fußball

Abwehrschwäche als Reizthema BVB will Kunst mit Zweikampfhärte kontern

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(Foto: imago images/Sven Simon)

Weniger Kunst, mehr Zweikampfhärte - beim BVB diskutieren sie über ihre Abwehrschwäche. Gegen Frankfurt und Paris will es der Fußball-Bundesligist besser machen als bei den jüngsten Niederlage in Bremen und Leverkusen. Gelingt das nicht, drohen turbulente Zeiten.

Die Mannschaft in der Bringschuld, der Trainer in der Kritik - nach zwei Niederlagen im DFB-Pokal und in der Meisterschaft geht in Dortmund die Sorge vor einem weiteren unruhigen Februar um. Parallelen zum Vorjahr, als die Borussia zu diesem Zeitpunkt den Vorsprung in der Meisterschaft verspielte und sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal patzte, sind unverkennbar. Ein Sieg am Freitag (ab 20.30 Uhr beim Bezahlstream Dazn und im Liveticker auf ntv.de) über die SG Eintracht Frankfurt zum Auftakt des 22. Spieltags der Fußball-Bundesliga könnte helfen, die bösen Geister vorerst zu vertreiben.

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Sportdirektor Michael Zorc nahm die Schönspieler in die Pflicht: "Wir führen die Fairplay-Tabelle an. Aber dafür gibt es keine Punkte." Die generöse Art, mit der das offensivstarke, aber abwehrschwache Team in bedenklicher Regelmäßigkeit Punkte verschenkt, ist beim BVB zum Reizthema geworden. Ähnlich wie schon Zugang Emre Can, der nach dem 2:3 in Bremen und dem nicht minder überflüssigen 3:4 in Leverkusen eine "dreckigere" Spielweise angeregt hatte, forderte auch Zorc mehr Zweikampfhärte: "Das ist in manchen Situationen das Mittel der Wahl. Was fehlt, ist das Bewusstsein, das eigene Tor zu beschützen. Wir reden immer über das Gleiche." Doch diese Gesprächstherapie scheint nicht zu fruchten. Bereits die vergangene Saison ging in die Vereinshistorie als Zeit der verschenkten Möglichkeiten ein. Und auch nun ist es Lucien Favre nicht gelungen, seiner mitunter spektakulär aufspielenden Mannschaft mehr Stabilität zu verleihen.

Nicht zuletzt deshalb steht der Fußball-Lehrer wieder in der Kritik. "Es braucht einfach Zeit, es wird kommen", versprach er noch am Mittwoch. Doch die Geduld der Vereinsbosse scheint allmählich aufgebraucht zu sein. Bei Niederlagen gegen Frankfurt und vier Tage später an gleicher Stätte im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain dürften die Diskussionen über den Schweizer wieder lauter werden. "Favres Kreditlinie endet auf Platz 4", schrieb das Fachmagazin "Kicker".

Frankfurt hat keine Angst vor Dortmund

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Die Ausfälle der offensiven Stammkräfte Marco Reus und Julian Brandt machen seine Aufgabe nicht leichter. Möglicherweise gibt Favre dem in der bisherigen Rückrunde nur für wenige Minuten eingesetzten Edelreservisten Mario Götze die Chance, sich zu bewähren. Eine weitere personelle Alternative wäre der 17 Jahre alte Giovanni Reyna. "Er ist immer ein Kandidat", sagte Favre.

Zumindest die Zahlen machen Mut. In den jüngsten 28 Heimspielen an einem Freitagabend gab es keine Niederlage. Zudem gewann der BVB gegen die Eintracht vor eigener Kulisse zuletzt acht Mal in Serie. Doch ungeachtet dieser ernüchternden Bilanz wähnen sich die Frankfurter für das Spiel beim einzigen daheim noch ungeschlagenen Team gerüstet.

Immerhin gelang mit zehn Punkten und 10:2 Toren der beste Rückrundenstart der Vereinsgeschichte. "Wir kommen aus ihrer Sicht auch nicht gerade perfekt. Wir sind 2020 ungeschlagen", sagte Trainer Adi Hütter. Die großen Dortmunder Namen wie Erling Haaland und Jadon Sancho sollen sie nicht zu sehr einschüchtern. Selbstbewusst tönte Eintracht-Stürmer Goncalo Paciencia in der "Bild": "Wir haben auch gegen Bayern mit Lewandowski oder Werner und Leipzig gewonnen. Wir sind in diesem Jahr ungeschlagen und das lässt uns mehr und mehr wachsen."

Apropos Fußball-Bundesliga: Nach seinem Rücktritt als Trainer von Hertha BSC kehrt Jürgen Klinsmann nicht in den Aufsichtsrat zurück. Das teilen der abstiegsbedrohte Berliner Fußball-Bundesligist und Investor Lars Windhorst mit. Der will an Bord bleiben. Aber wie geht's sportlich weiter? Erst einmal mit dem Spiel am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) beim SC Padernborn, einem Konkurrenten im Abstiegkampf.

Quelle: ntv.de, Heinz Büse und Patrick Reichardt, dpa