Fußball

Heimklatsche im Clásico Barcelona verdirbt Real das Weihnachtsfest

2c64c37f1f6b4d59272b71eab7753a6b.jpg

Luis Suarez traf zum 1:0 für Barcelona - und leitete damit Reals Untergang ein.

(Foto: REUTERS)

"Das größte Spiel der Welt", so nennt Real-Kapitän Sergio Ramos den 270. Clásico gegen Erzrivale FC Barcelona. Es endet für die Madrilenen mit einer historischen Klatsche, weil nach der Pause alles schiefgeht. Ein tragischer Held ist Cristiano Ronaldo.

Real hat die Bescherung, Barca am Tag vor Heiligabend eine Hand am 25. Titel: Champions-League-Sieger Real Madrid mit Weltmeister Toni Kroos hat im 270. Clasico durch ein 0:3 (0:0) gegen den Erzrivalen FC Barcelona wohl schon alle Chancen auf die spanische Fußball-Meisterschaft verspielt. Die Katalanen dagegen bauten durch den Prestigeerfolg in der spanischen Hauptstadt ihre Tabellenführung weiter aus.

Barcelona gewann vor 80.264 Zuschauern im Estadio Santiago Bernabeu durch die Tore von Luis Suarez (54.), Superstar Lionel Messi (64./Handelfmeter), der zum 25. Mal im Clasico erfolgreich war, und des eine Minute zuvor eingewechselten Aleix Vidal (90.+3).

a52f9447045c8f6cbe970a9b2f86c065.jpg

In der ersten Halbzeit musste Barcelonas Keeper Marc-André ter Stegen mehrfach gute Real-Chancen entschärfen.

(Foto: REUTERS)

In der Tabelle liegt Barca, bei dem Nationalkeeper Marc-Andre ter Stegen besonders vor der Pause starke Paraden zeigen musste, nach dem 17. Spieltag schon stattliche 14 Punkte vor Titelverteidiger Real, der auf Platz vier allerdings eine Partie weniger bestritten hat. Selbst Barcas erster Verfolger Atletico Madrid liegt nach dem überraschenden 0:1 bei Espanyol Barcelona von Donnerstagabend neun Zähler zurück. Die Katalanen schrieben zudem Geschichte: Nach dem 4:0 in der Spielzeit 2015/16 und dem 3:2 in der letzten Saison gelangen Messi & Co. erstmals drei Liga-Siege in Serie im Estadio Santiago Bernabéu.

Heimpleite vor 700 Millionen Zuschauern

"Das größte Spiel der Welt" sei das Duell zwischen Madrid und Barcelona, hatte Real-Kapitän Sergio Ramos erklärt. Bei der weltweiten Wahrnehmung zieht kein Ligaspiel mehr Menschen in seinen Bann. Das 2:3 im April hatten 650 Millionen Menschen in knapp 200 Ländern verfolgt, aufgrund der Ansetzung am Samstagmittag - zur Prime Time in Asien - wurden am Tag vor Heiligabend mehr als 700 Millionen Zuschauer erwartet.

Real-Trainer Zinedine Zidane konnte im Gipfel auf Weltfußballer Cristiano Ronaldo zurückgreifen, der sich am Donnerstag nach einer Wadenblessur fit gemeldet hatte. Der Portugiese spielte in der ersten Hälfte deutlich auffälliger als sein Dauerrivale Messi, blieb allerdings in mehreren aussichtsreichen Torszenen ohne Erfolg und liegt im Ranking der erfolgreichsten Clasico-Torjäger mit 17 Toren weiter auf Platz drei hinter dem souverän führenden Messi und Real-Legende Alfredo di Stefano (18).

Madrider Chancenwucher

In der 2. Minute versenkte Ronaldo den Ball im Netz - allerdings stand der Weltfußballer bei seinem Kopfball nach einer Kroos-Ecke deutlich im Abseits. Neun Minuten später schlug der 32 Jahre alte Torjäger freistehend ein Luftloch aus neun Meter, erneut hatte Weltmeister Kroos den Ball aufgelegt.

Barcelona ließ die Hausherren kommen, erst nach einer halben Stunde wurde Real-Keeper Keylor Navas durch den Schuss von Paulinho erstmals gefordert. Im Gegenzug wehrte ter Stegen einen gefährlichen Versuch Ronaldos aus spitzem Winkel mit dem Schienbein ab (31.). Real betrieb auch in der Folge Chancenwucher, so streichelte ein Kopfball von Mittelstürmer Karim Benzema kurz vor der Pause den Außenpfosten (42.).

Barcelona kontert nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel setzte Barcelona mehr offensive Akzente und ging nach einem Konter durch Suarez in Führung: Real verlor den Ball weit in der gegnerischen Hälfte, ließ den Ex-Schalker Ivan Rakitic nahezu unbedrängt bis zum eigenen Strafraum laufen und attackierte auch Sergi Roberto nur halbherzig, der den freistehenden Uruguayer Suarez zur Führung bediente.

In der Folge wirkte Real wie paralysiert. Der ehemalige Leverkusener Daniel Carvajal konnte einen Paulinho-Kopfball in der 63. Minute nur per Handspiel auf der Torlinie klären und sah die Rote Karte. Messi verwandelte souverän. Real berappelte sich erst wieder nach der Einwechslung des lange verletzten Gareth Bale (72.), doch auch der Waliser konnte die dritte Liga-Heimniederlage Reals im Clasico nicht mehr verhindern.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid

Mehr zum Thema