Fußball

Vor Gericht in Madrid erschienen Bayern-Star ergreift "letzten Strohhalm" vor Haftantritt

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Am gestrigen Sonntag siegte Hernández mit dem FC Bayern deutlich in Leverkusen.

(Foto: imago images/Revierfoto)

Einen Tag früher als vorgeladen erscheint Lucas Hernández vor dem Gericht in Madrid. Dort nimmt der Verteidiger des FC Bayern seinen Haftbefehl entgegen. Ohne erfolgreiche Berufung muss der französische Fußball-Weltmeister spätestens am 28. Oktober eine sechsmonatige Haftstrafe antreten.

Fußball-Profi Lucas Hernández vom FC Bayern ist schon am heutigen Montag vor Gericht in Madrid erschienen und muss in Spanien innerhalb der nächsten zehn Tage möglicherweise eine sechsmonatige Haftstrafe antreten. Hernández sei darüber persönlich und offiziell benachrichtigt worden, teilte das zuständige Gericht mit. Der 25 Jahre alte Franzose war eigentlich erst für Dienstag vorgeladen worden, erschien den amtlichen Angaben zufolge aber einen Tag früher am Strafgericht 32 im Osten der spanischen Hauptstadt.

Man müsse zwar noch die Entscheidung des Madrider Oberlandesgerichts zu einer von Hernández' Anwälten eingelegten Berufung abwarten, betonte der Gerichtssprecher. Sollte diese allerdings am 28. Oktober um Mitternacht noch nicht vorliegen, werde der Fußballer die Haftstrafe umgehend in einem spanischen Gefängnis seiner Wahl antreten müssen. Damit würde der Abwehrmann beim deutschen Rekordmeister bis Ende April 2022 ausfallen.

Der in Madrid ansässige Rechtsanwalt Sven Wassmer geht jedoch davon aus, dass Hernández am 28. Oktober zunächst nicht in Haft muss. "Das Gericht kann die Vollstreckung erst mal aussetzen", sagte Wassmer. Es sei wahrscheinlich, dass eine Entscheidung des Landgerichts über die Berufung Hernandez', die nicht unverzüglich zu erwarten sei, abgewartet werde.

"Er klammert sich an den letzten Strohhalm", ergänzte Wassmer. Die einzige Hoffnung für Hernandez bestehe darin, "dass das Vollstreckungsgericht zweiter Instanz eben doch zu dem Entschluss kommt, dass er in seiner spezifischen Situation nicht in Haft sollte". Hierbei könnten sein geregeltes familiäres sowie berufliches Umfeld eine Rolle spielen.

Kontaktverbot gilt trotz Versöhnung

Das sei eine Ermessensentscheidung des Gerichts, sagte Wassmer, aber "ich würde nicht sagen, dass er auf jeden Fall davonkommt". Es bestehe "die reelle Gefahr, dass er in Haft muss". Das Gericht müsse eine Ausnahme anwenden, Hernandez erfülle allerdings die Kriterien dafür nicht, da er schon vorbestraft ist und die spanischen Gerichte bei häuslicher Gewalt streng sind.

Hernández wird von seiner Vergangenheit eingeholt: Die Haftstrafe war nämlich schon 2019 wegen eines handgreiflichen Streits im Februar 2017 mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau verhängt worden. Beide wurden damals wegen häuslicher Gewalt zu gemeinnütziger Arbeit und einem sechsmonatigen Kontaktverbot verurteilt. Sie versöhnten sich jedoch schnell und verreisten noch während der sechs Monate gemeinsam, womit der damalige Profi von Atlético Madrid gegen das Annäherungsverbot verstieß.

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In Spanien spielt der Kampf gegen häusliche Gewalt eine große Rolle in der Gesellschaft. Die Richter sind sehr streng, Medien berichten darüber ausführlicher als etwa in Deutschland, auch wenn unbekannte Personen betroffen sind. Ein Kontaktverbot bleibt in Spanien auch dann bestehen, wenn es eine Versöhnung gegeben hat, damit niemand zu einer solchen Aussöhnung genötigt werden kann. Die Frau von Hernández kam nach spanischen Medienberichten glimpflicher davon, weil ihr die auferlegte Kontaktsperre im Augenblick der gemeinsamen Reise nach Las Vegas noch nicht offiziell zugestellt gewesen sei.

Von Hernandez' Seite gab es zunächst keine Stellungnahme. Der Profi sollte am Mittwoch mit Bayern München im Champions-League-Duell bei Benfica Lissabon (21 Uhr/DAZN und im Liveticker bei ntv.de) mit von der Partie sein. Der Weltmeister von 2018 war vor zwei Jahren als Münchner Rekordeinkauf für rund 80 Millionen Euro von Atlético Madrid zum FC Bayern gewechselt.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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