Mainz-Dreh ist "sehr guter Push"Bei diesem FC Bayern soll Paris St. Germain ruhig kommen
Seit mehr als 50 Jahren liegt der FC Bayern nicht mehr mit drei Toren zur Halbzeit zurück. Dass am Ende doch noch der Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 gelingt, werten alle Verantwortlichen als gutes Zeichen. Denn als nächstes wartet das Halbfinale in der Champions League.
Der FC Bayern München erhofft sich von der spektakulären Aufholjagd in Mainz einen weiteren positiven Schub für den Champions-League-Kracher gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain. "Definitiv", sagte Sportvorstand Max Eberl darauf angesprochen im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. "Wir haben es gedreht, wir wissen, wir können auch das, und deswegen ist es ein sehr guter Push."
Die bereits als Meister feststehenden Münchner hatten in der Fußball-Bundesliga beim FSV Mainz 05 mit 0:3 zur Halbzeit zurückgelegen und auch dank der Einwechslungen von Stars wie Harry Kane und Michael Olise noch mit 4:3 gewonnen. Es war zugleich die Generalprobe für das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League beim Titelverteidiger am Dienstag (21 Uhr/Prime Video und im ntv.de-Liveticker).
Dominik Kohr (15.), Paul Nebel (29.) und Sheraldo Becker (45.+2) stellten die Zeichen eigentlich auf die erste Liga-Auswärtsniederlage der Münchner seit 497 Tagen. Gegner damals waren ebenfalls die Rheinhessen, die zuvor vier ihrer vergangenen fünf Heimspiele gegen den deutschen Rekordmeister gewonnen hatten. "Mir fehlen ein bisschen die Worte. Wir haben eine unfassbare erste Halbzeit gespielt. Die Qualität, die da kommt, kann man nicht verteidigen", sagte Nationalspieler Nadiem Amiri bei Sky. "Sie haben uns in der zweiten Halbzeit mit ihrer Qualität auseinander genommen", ergänzte Kohr.
Eberl schwärmt vom "Spirit"
Zuletzt hatten die Münchner im November 1975 zur Halbzeit höher zurückgelegen. Doch Nicolas Jackson (53.), Michael Olise (73.), Jamal Musiala (81.) und Harry Kane (83.) schlugen eiskalt zurück. Jackson bescherte dem Rekordmeister per Volley mit dem 50. Münchner Auswärtstor der Saison sogar noch einen weiteren Rekord.
Eberl schwärmte vom "Spirit" innerhalb der Mannschaft. "Du liegst aussichtslos hinten, du weißt, am Dienstag ist ein großes Spiel in Paris vor der Brust - aber das ist dann egal, es gilt hier dieses Spiel in Mainz, du liegst hinten, das willst du dir nicht gefallen lassen, der Trainer findet die richtigen Worte und die Mannschaft reagiert", sagte der 52-Jährige: "Das ist ein schönes Spiegelbild dessen gewesen, was wir in den letzten Monaten geschaffen haben." Das 4:3 sei "ein Sieg der Moral, des Charakters" gewesen und habe ihn "sehr beeindruckt".
"Dieses Gewinnergefühl behalten"
Siegtorschütze Harry Kane sagte nach dem Spiel: "Für uns war es wichtig, das Momentum und dieses Gewinnergefühl zu behalten. Wir haben viele Spiele nacheinander gewonnen. Wenn wir nun verloren hätten, dann gehen wir am Dienstag vielleicht ein bisschen mit dem Gefühl eines Abwärtstrends ins Spiel. Aber jetzt ist es das Gegenteil." Die Mannschaft sei definitiv "bereit, das nächste Spiel anzugehen".
Mittelfeldspieler Leon Goretzka, der in Abwesenheit zahlreicher Stars die Münchner als Kapitän aufs Feld führte, berichtete von einer Standpauke des Bayern-Trainers Vincent Kompany in der Kabine. "In der Halbzeit haben wir dann ordentlich den Kopf gewaschen bekommen", berichtete der Nationalspieler bei DAZN.
Kompany wollte die Bedeutung der erfolgreichen Aufholjagd in Mainz aber nicht zu hoch hängen. "Paris ist nicht Mainz und Mainz ist nicht Paris", sagte der Belgier. Die Mentalität sei aber "eine Gesamtqualität, die du immer bringen musst - auch im Spiel gegen Paris".
