Fußball

Haaland beendet Torflaute Borussia Dortmund zerlegt Freiburg meisterlich

imago1009121657h.jpg

Haaland jubelt, Dortmund jubelt.

(Foto: imago images/ActionPictures)

Meunier erzielt einen Doppelpack mit dem Kopf, Haaland mit den Füßen, jetzt stehen die Bayern in Köln unter Druck. Beim 5:1 gegen den SC Freiburg träumen die 750 Fans im Westfalenstadion vom Titel. Der ist jedoch noch weit entfernt. Aber neben Mentalität zeigt der BVB diesmal auch Qualität.

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Borussia Dortmund hat Tabellenführer FC Bayern mit einem erfolgreichen Rückrundenstart weiter unter Zugzwang gesetzt. Beim beeindruckenden 5:1 (3:0)-Erfolg im Bundesliga-Spitzenspiel gegen den Tabellenvierten SC Freiburg trat das Team von Marco Rose wie ein echter Titelaspirant auf und verkürzte den Abstand zu den Münchnern zumindest für einen Tag auf drei Punkte. Knapp eine Woche nach dem hart erkämpften Sieg in Frankfurt meisterte der Revierklub auch die nächste anspruchsvolle Aufgabe. "Wir haben heute viel richtig und gut gemacht", sagte Rose bei DAZN. "Die erste Halbzeit war bärenstark. Das war schon top. Gutes Gegenpressing. Sehr ordentlich."

"Letztes Jahr haben wir noch darüber geredet, dass die Bundesliga langweilig wird - und das zurecht, weil wir nicht auf Augenhöhe waren. Jetzt sind wir auf drei Punkte ran", sagte Rose über den knappen Rückstand zu den Bayern: "Wir sagen immer, dass wir gerne die Schale nach Dortmund holen wollen. Aber die Bayern spielen eine hervorragende Saison und schenken wenig her. Es geht darum, dass wir uns um uns kümmern."

Vor coronabedingt nur 750 Zuschauern besiegelten die Doppel-Torschützen Thomas Meunier (14./29. Minute) und Erling Haaland (45./75.) sowie der stark aufspielende Mahmoud Dahoud (86.) am Freitagabend die dritte Auswärtsniederlage der Freiburger. "Heute sind wir so aufgetreten, wie das von uns jede Woche erwartet wird", sagte Meunier bei ESPN. "Meine Kopfballtore sind eine Art Wunder für mich, ehrlich gesagt. Sie nennen mich nicht mehr David Beckham, ab heute nennen sie mich Zinedine Zidane. Obwohl mir Beckham besser gefällt. Ich glaube, ich habe im Klubfußball noch nie ein Kopfballtor erzielt."

Der zweite Treffer des norwegischen Ausnahmestürmers war nach Angaben des Statistik-Dienstleisters Opta das 2000. Heimtor für den BVB in der Bundesliga. Die Leistungssteigerung der Breisgauer kam zu spät und wurde nur noch durch den Treffer zum 3:1 von Ermedin Demirovic (61.) belohnt. Der Mannschaft von Trainer Christian Streich droht damit an diesem Wochenende der Sturz aus den Champions-League-Rängen. "Solche Spiele gibt es halt, heute lief bei uns nicht so viel zusammen", sagte SC-Kapitän Christian Günter.

Die Zuschauer, die im riesigen Dortmunder Stadion vor der Partie inbrünstig "You'll never walk alone" anstimmten, sahen nur etwa zehn verhaltene Anfangsminuten. Dann übernahm die Borussia schnell und eindrucksvoll die Regie. Mit intensivem Pressing und verbessertem Kombinationsspiel näherte sie sich dem Freiburger Tor immer näher an.

Meuniers erstaunlicher Doppelpack

Nur drei Minuten nach der ersten Chance durch Donyell Malen (11.), der das Tor aus 16 Metern verfehlte, gab es den Lohn für den engagierten Start. Nach einem Eckball von Julian Brandt war Außenverteidiger Meunier per Kopf zur Stelle und brachte sein Team mit seinem ersten Saisontor mit 1:0 in Führung. "Wir versuchen mitzuspielen", hatte Freiburgs Trainer Christian Steich bei DAZN angekündigt, doch seine Elf startete zunächst viel zu passiv.

Die Dortmunder, die am vergangenen Wochenende mit großer Moral nach einem 0:2-Rückstand noch 3:2 bei Eintracht Frankfurt gewannen, bestimmten das Geschehen und zeigten sich offensivfreudig. Zudem waren sie sichtlich darum bemüht, die Forderung von Trainer Marco Rose nach weniger Fehlpässen im Aufbauspiel umzusetzen.

Engagement und Dynamik wurden belohnt: Das 2:0 war dabei fast eine Doublette des ersten Treffers. Wieder führte Brandt eine Ecke aus, diesmal jedoch von der rechten Seite, wieder war Meunier per Kopfball zur Stelle und ließ SC-Torwart Benjamin Uphoff keine Abwehrchance.

Freiburg hofft kurz

Uphoff ersetzte erneut Stammkeeper Mark Flekken, der ebenso fehlte wie Verteidiger Nico Schlotterbeck. Ausgerechnet die Standard-Spezialisten der Liga kassierten damit zwei Tore nach ruhenden Bällen. Mit 16 Standardtoren führen die Breisgauer die entsprechende Ligastatistik an. An diesem Abend aber fanden sie kaum ins Spiel und blieben bis zum Halbzeitpfiff ohne gefährliche Chance.

Schlimmer noch aus Sicht der Freiburger: Haaland erhöhte vor dem Wechsel nach Zuspiel von Jude Bellingham auf 3:0. Die Dortmunder Überlegenheit der ersten 45 Minuten zeigte sich auch in der Bilanz von 12:1 Torschüssen - wobei der Kopfball von Woo-Yeong Jeong den Dortmunder Torwart Gregor Kobel vor keinerlei Probleme stellte (44.).

Nicht so gut sah der BVB-Keeper allerdings nach der Pause aus, als dem eingewechselten Demirovic der erste Freiburger Treffer gelang. Eine Hereingabe von Roland Sallai wehrte Kobel ab, allerdings unglücklich direkt vor die Füße des Jokers, der aus kurzer Distanz einschoss. Im Gefühl der sicheren Führung schaltete der BVB in den Verwaltungsmodus, um Kräfte für das Pokalspiel am Dienstag beim FC St. Pauli zu schonen. Das brachte die Freiburger kurzzeitig zurück ins Spiel - ehe Haaland die letzten Zweifel beseitigte und Dahoud sogar noch auf 5:1 erhöhte. "Mit dem 4:1 haben wir nochmal Dominanz getankt", sagte Rose.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.