Fußball

"Bin jetzt hier bei Liverpool" Bundestrainer? Das sagt Jürgen Klopp

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(Foto: imago images/PA Images)

Mit dem FC Liverpool gewinnt Jürgen Klopp erst die Champions League und dann die erste englische Meisterschaft seit 30 Jahren. Zeit für den 53-Jährigen, sich Gedanken über seine Zukunft zu machen, vielleicht als Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw? Klopp hat dazu eine klare Meinung.

Bundestrainer? Jürgen Klopp schien geschmeichelt, doch wirklich locken ließ er sich nicht. "Das würde heißen, ich würde direkt nach Ende meines Vertrages übernehmen, ohne Vorbereitung - nee!", sagte der Meistermacher des FC Liverpool bei "Bild" live. Soll heißen: Die Aussicht, 2024 mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Heim-EM um den Europameister-Titel zu spielen, reizt Klopp aktuell nicht. Der 53-Jährige machte zwar aus seiner Heimatliebe keinen Hehl: "Ich bin in Deutschland aufgewachsen, bin Deutscher und bin das super gerne." Aber: "Ich bin jetzt hier bei Liverpool und habe darüber hinaus keine weiterführenden Pläne."

Dabei gilt Klopp, der sich im neuen "Campiones"-Shirt und gut erholt zeigte, vielen Experten und Fans als Wunsch-Kandidat für die Nachfolge von Joachim Löw. Der Vertrag des Weltmeister-Trainers von 2014 endet mit der WM 2022 in Katar, schon nach der auf 2021 verlegten EM soll es eine beiderseitige Ausstiegsklausel geben. Noch scheint Löw, für den ein Rücktritt auch nach dem historischen WM-Desaster 2018 kein Thema war, nicht amtsmüde. Allerdings wird auch der 60-Jährige mehr denn je am Erfolg gemessen.

"Noch drei, vier Top-Jahre drin"

Klopp aber, das glaubt auch dessen früherer Boss, Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, beschäftigt das nicht. Über das Amt des Bundestrainers mache sich sein Freund aktuell "keine Gedanken", sagte er. An Klopps Eignung zweifelt Watzke jedoch nicht. "Jürgen kann jeden Job im Fußball, und notfalls kann er auch in die Showbranche wechseln." Auch eine Rückkehr zum BVB sei irgendwann vorstellbar, "in welcher Position auch immer. Aber die nächsten Jahre wird er in Liverpool sein, davon bin ich sehr, sehr überzeugt."

Denn dort hat "King" Klopp nach dem Triumph in der Champions League 2019 und der ersten Meisterschaft für die Reds seit 30 Jahren noch viel vor. "Kann ich versprechen, dass wir den Fußball dominieren? Natürlich nicht", sagte er zwar, aber: In seiner Mannschaft "stecken auf jeden Fall noch drei, vier Top-Jahre drin". Einen Umbruch, betonte Klopp voller Zuversicht, brauche sie nicht. "Diese Mannschaft ist heiß, die ist hungrig - und das wird sie bleiben." Vielmehr bestehe die große Herausforderung darin, den Spieler-Stamm zusammenhalten, "weil diese Jungs in einem tollen Fußballeralter sind".

Klopp ließ bei der Schalte in sein mit roten Meisterballons geschmücktes Haus auch seltene private Einblicke zu. Ohne seine Frau Ulla, sagte er, "wäre ich gar nichts, ich liebe sie unendlich". Er sprach über seine Familie ("ein super Team") und verriet, wo er seinen Meistertanz gelernt hat: "Ich hab' zwei ältere Schwestern, das heißt: Ich musste früh herhalten, um Tanzkurse zu absolvieren." Mit dem "Titel" des weltbesten Trainers könne er dagegen "nichts anfangen", sagte Klopp: "Für mich ist Pep Guardiola der beste Trainer der Welt. Und das ist vielleicht auch nicht richtig, weil ich viele gar nicht kenne. Aber von denen, die ich kenne, ist er der beste."

Quelle: ntv.de, tno/tsi/sid