Die UEFA hat noch gar nicht offiziell verkündet, dass sie ihre Boykott-Drohung zurückzieht, da greift der Fußball-Weltverband vor. Die FIFA hat mit Blick auf die am 5. September startende U20-Weltmeisterschaft der Frauen verkündet: "Die FIFA freut sich, dass alle qualifizierten Mannschaften an der bevorstehenden FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft teilnehmen werden. Die FIFA ist fest davon überzeugt, dass Fußball die Kraft hat, Menschen zu vereinen - selbst unter schwierigen Umständen - und freut sich darauf, alle Mannschaften und Spielerinnen in Polen willkommen zu heißen."
Damit reagierte die FIFA auf die Nachricht, dass der europäische Verband vom angedrohten Boykott bei anstehenden FIFA-Turnieren Abstand nimmt. Das hatte der "Guardian" berichtet. Der Boykott war nach den inzwischen gescheiterten Investorenplänen von FIFA-Präsident Gianni Infantino angekündigt worden. Mit einer offiziellen Verkündung wird am morgigen Donnerstag nach einem Treffen der Nationalverbände gerechnet. Dann findet in Monte-Carlo die Auslosung der Champions-League-Gruppenphase statt.
Polnischer Verband sieht "wichtigen Meilenstein"
Das U20-Turnier ist die erste WM, nachdem Infantino seine Pläne, Teile der Weltmeisterschaften kommerziell zu vermarkten, bekannt gegeben hatte. Auf Anfrage von ntv.de hatte sich die UEFA nicht geäußert. Der polnische Fußballverband hatte dagegen mitgeteilt: Für das Turnier "liegen dem polnischen Fußballverband (PZPN) keine Informationen über einen möglichen Rückzug einer teilnehmenden Mannschaft aus dem Turnier vor".
Ein Verbandssprecher hatte ntv.de mitgeteilt: "Unsere Priorität bleibt es, die bestmöglichen Bedingungen für den Wettbewerb und für alle teilnehmenden Mannschaften zu gewährleisten. Für viele dieser jungen Spielerinnen stellt dieses Turnier einen wichtigen Meilenstein in ihrer sportlichen Karriere dar, und wir konzentrieren uns weiterhin voll und ganz darauf, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die ihrem Talent und ihrem Engagement gerecht wird."

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FIFA preist "engen Dialog"
Trotz allem werde der Protest gegen den umstrittenen Führungsstil Infantinos fortgesetzt, versicherten Personen aus dem UEFA-Umfeld. Ein Gegenkandidat für die Präsidentschaftswahlen wird von der Infantino-Opposition derzeit gesucht. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte seine eigene Kandidatur ausgeschlossen.
Der Kontinentalverband wollte sich zusichern lassen, dass es nie wieder zu Versuchen kommen dürfe, den Sport auf diese Weise zu verzerren, wie die UEFA mitgeteilt hatte. Entsprechende Garantien habe man nun erhalten. Nach dem Bekanntwerden der inzwischen zurückgenommenen Pläne über die Einbindung von privaten Investoren für zukünftige WM-Geschäfte hatten die 55 Mitgliedsverbände der UEFA mit einem Boykott aller Wettbewerbe des Weltverbands FIFA gedroht.
Die FIFA äußerte sich nicht konkret zur Aufgabe des UEFA-Boykotts. Sie teilte aber mit: "Wir setzen uns weiterhin dafür ein, Wege zu finden, um die weltweite Entwicklung des Fußballs durch unsere Wettbewerbe, das FIFA-Forward-Programm und unsere verschiedenen anderen Initiativen weiter zu fördern, und stehen dabei in engem Dialog mit den einzelnen Konföderationen und Interessengruppen."


