Fußball

"War klar kein Elfmeter" Klopp schimpft, Ancelotti lässt ihn lächeln

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Jürgen Klopp haderte bei der 0:2-Pleite seiner Reds beim SSC Neapel vor allem mit dem Schiedsrichter.

(Foto: imago images / LaPresse)

Erstmals seit 1994 strauchelt ein Titelverteidiger zu Beginn einer Champions-League-Saison. Den Grund dafür macht Liverpools Trainer Jürgen Klopp sehr schnell aus. Er sieht einen groben Fehler des Schiedsrichters. Auf die Wut folgt aber die Einsicht, dass es auch an der eigenen Leistung lag.

Der Frust war groß und dennoch konnte Trainer Jürgen Klopp nach dem verpatzten Start in die Saison der Champions League kurz lächeln. "Ich habe ihm gesagt", erklärte der Kollege Carlo Ancelotti den Grund für Klopps Aufheiterung, "dass er sich keine Sorgen machen solle: Wenn man in Neapel verliert, gewinnt man am Ende die Champions League". Das ambitionierte Projekt Titelverteidigung der Fußballer des FC Liverpool erhielt beim SSC allerdings einen ersten frühen 0:2 (0:0)-Dämpfer.

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Kollegial: Carlo Ancelotti.

(Foto: imago images / PA Images)

Die Erinnerung an das 0:1 seiner Reds in der Gruppenphase der vergangenen Saison und den späteren Triumph konnte Klopps Ärger über die Entscheidung des deutschen Schiedsrichters Felix Brych zum 1:0 der Italiener durch Dries Mertens in der 82. Minute allerdings nicht mildern: "Das war klar und offensichtlich kein Elfmeter. Wir wollten einen Punkt und haben ihn wegen dieses Elfmeters nicht holen können", haderte Klopp mit dem Schweigen der Video-Assistenten: "Wenn Brych nicht gepfiffen hätte, wäre er auch nicht überstimmt worden."

Zwar wollte Klopp die erste Niederlage eines Titelverteidigers in der Königsklasse zum Auftakt seit 1994, damals war's der AC Mailand, nicht allein an der umstrittenen Strafraumsituation festmachen, doch einmal in Fahrt ließ er seinem Unmut freien Lauf: "Die deutschen Schiedsrichter nutzen den Videobeweis schon länger als viele andere. Sie werden schon eine Erklärung dafür finden, dass sie das Richtige gemacht haben. Ich bin nicht der beste Verlierer, aber auch kein schlechter - aber der Elfmeter war die Schlüsselsituation des Spiels."

"Nichts ist für immer, nichts ist jemals vollendet"

SSC Neapel - FC Liverpool 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 Mertens (82. Foulelfmeter), 2:0 Llorente (90.+2)
Neapel:
Meret - Di Lorenzo, Manolas, Koulibaly, Mario Rui - Allan (75. Elmas), Fabian Ruiz - Callejon, Insigne (66. Zielinski) - Mertens, Lozano (69. Llorente); Trainer: Ancelotti. 
Liverpool: Adrian - Alexander-Arnold, Matip, van Dijk, Robertson - Fabinho - Henderson (87. Shaqiri), Milner (66. Wijnaldum) - Salah, Firmino, Mane; Trainer: Klopp.
Schiedsrichter: Brych (München)
Zuschauer: 38.878

Über Neapels zweiten Treffer durch Fernando Llorente (90.+2) verlor Klopp schon auch kaum noch ein Wort. Klopp monierte nach der zweiten Saisonniederlage auch die Schwächen seiner Elf besonders in der Verwertung der durchaus zahlreichen Chancen. "Wir hätten auch gewinnen können, aber wir haben nicht getroffen", räumte der Coach offensichtliche Probleme des Premier-League-Spitzenreiters ein. Zu hart mochte Klopp jedoch mit seinem Team nicht ins Gericht gehen: "Wir müssen selbstkritisch sein, aber es war keine wirklich richtig schlechte Leistung."

In der Heimat warnte die Zeitung "Guardian" Klopp und seine Mannen unterdessen vor allzu großer Selbstsicherheit. "Die Botschaft des Spiels ist klar: Nichts ist für immer, und nichts ist jemals vollendet." Zumindest ohne erkennbare Überheblichkeit sagte Klopp allerdings Wiedergutmachung für den Fehlstart voraus: "Im Moment sieht es so aus, als ob Neapel durch ist. Gebt uns ein paar Spiele, um die Tabelle zu ändern." Die erste Gelegenheit dazu bietet sich Liverpool am 2. Oktober an der heimischen Anfield Road gegen RB Salzburg.

Quelle: n-tv.de, tno/sid

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