Fußball

Was wird aus Champions League? Plötzlich zittert Fußball wieder vor dem Virus

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Mariano von Real Madrid ist einer von zwei Infizierten im spanischen Fußball.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Monatelang ist der Europacup unterbrochen, nun soll es bald weitergehen. Doch ausgerechnet jetzt steigen die Corona-Infektionszahlen vor allem in Spanien wieder. Zudem sind zwei Spieler noch teilnehmender Klubs infiziert. Die Uefa spielt die Probleme herunter.

Spanien bereitet Sorgen: Die ausgefeilten Pläne der Europäischen Fußball-Union (Uefa) für die Fortsetzung der Europacup-Wettbewerbe könnten kurz vor dem Restart der Champions League und der Europa League über den Haufen geworfen werden. Die Corona-Nachrichten von der iberischen Halbinsel verheißen jedenfalls nichts Gutes.

So ist die Austragung des Achtelfinal-Rückspiels in der Champions League zwischen dem FC Barcelona und dem SSC Neapel aufgrund der steigenden Zahl von Coronafällen in Katalonien gefährdet. Laut des Radiosenders RAC 1 soll die für den 8. August geplante Begegnung an einen anderen Ort verlegt werden. Die Uefa ist nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders bereits mit den regionalen Gesundheitsbehörden in Kontakt und prüft alternative Spielorte.

Die Uefa bestätigte dies allerdings nur zum Teil. "Wir beobachten die Situation und sind in Kontakt mit den relevanten lokalen Behörden", teilte der Verband mit: "Das Spiel ist angesetzt und soll wie geplant in Barcelona stattfinden."

Der SSC Neapel dagegen hat große Bedenken. Das Spiel solle besser nach Deutschland oder Portugal verlegt werden, sagte Präsident Aurelio De Laurentiis laut italienischer Medienberichte. "Wenn sie (die Uefa, Anm.d.Red.) entschieden haben, dass die Champions League in Portugal und die Europa League in Deutschland stattfindet, dann können wir doch mit den Achtelfinalen auch nach Portugal oder Deutschland gehen. Ich verstehe nicht, warum wir in einer Stadt bleiben sollen, die so große Probleme hat", sagte De Laurentiis demnach. "Es wird ein großartiges Spiel werden, aber ich rufe an, ich rede, ich frage: Es ist sehr misslich. Ich merke, dass es in Spanien große Verwirrung und Ängste gibt, und die von der Uefa entscheiden nichts", klagte De Laurentiis. Im Ende Februar ausgetragenen Hinspiel war Barca in Neapel nicht über ein 1:1 hinausgekommen.

"Wir sind zuversichtlich"

Nachdem sich die Lage im anfänglichen Corona-Krisengebiet Katalonien zwischenzeitlich etwas beruhigt hatte, waren die Fallzahlen zuletzt wieder rapide angestiegen. Das deutsche Auswärtige Amt rät seit einigen Tagen wieder von "nicht notwendigen, touristischen Reisen" nach Katalonien aufgrund erneut "hoher Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen" ab.

Doch nicht nur Katalonien bereitet der Uefa Kopfzerbrechen. Beim spanischen Rekordmeister Real Madrid ist Angreifer Mariano an Covid-19 erkrankt. Bei Sevilla handelt es sich um Mittelfeldspieler Nemanja Gudelj. Madrid muss am 7. August im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim englischen Ex-Meister Manchester City (Hinspiel 1:2) antreten. Sevilla trifft einen Tag zuvor in der Europa League in Duisburg auf AS Rom. Das Achtelfinal-Hinspiel war aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen und wird nicht nachgeholt.

Mit Blick auf die Fälle in Madrid und Sevilla zeigt sich die Uefa noch optimistisch. "Wir sind zuversichtlich, dass diese Fälle keine Auswirkungen auf die betreffenden Spiele haben werden", sagte ein Uefa-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP: "Die Uefa ist in Kontakt mit den beiden Klubs und beobachtet die Situationen sowie die Entscheidungen der kompetenten spanischen Behörden."

Finals sollen Ende August steigen

Mitte Juni hatte die Uefa entschieden, dass die Europacup-Wettbewerbe in Form von Finalturnieren im K.-o.-System (ohne Rückspiele) zu Ende gespielt werden sollen. In der Champions League sollen die Spiele ab dem Viertelfinale in Lissabon stattfinden. In der Europa League hat Nordrhein-Westfalen den Zuschlag erhalten, dort soll in Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Duisburg gespielt werden.

Aus deutscher Sicht sind noch Meister Bayern München und RB Leipzig (beide in der Champions League) sowie Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg (alle in der Europa League) im Europacup vertreten. Das Endspiel der Königsklasse soll am 23. August steigen, das Finale der Europa League in Köln zwei Tage vorher.

Quelle: ntv.de, Alexander Sarter, sid