Den FC Bayern ließen die markigen Worte aus Madrid kalt. "Sollte uns Florentino Pérez ein Angebot für Michael Olise schicken wollen, kann er sich das sparen", sagte Klubchef Herbert Hainer am Sonntag bei einem Fanklub-Besuch gut gelaunt in Richtung des alten und neuen Real-Präsidenten. Auch bei 150 Millionen Euro würde der Rekordmeister nicht schwach, so Hainer, Olise sei "unverkäuflich".
Wenn Pérez seine Wahlversprechen einhält, werden die Madrilenen ab Dienstag allerdings auf große Einkaufstour gehen - und dabei auch vor großen Namen keinen Halt machen. Im "besten Stadion der Welt" sollten auch "die besten Spieler der Welt" auflaufen, sagte Pérez, nachdem er die Wahl zum Klubboss gegen Enrique Riquelme klar für sich entschieden hatte.
Sein erstes Versprechen setzte Pérez direkt um, die Rückkehr von José Mourinho nach 13 Jahren soll beschlossen sein. Der Portugiese, für den Real Madrid angeblich 15 Millionen Euro an Benfica Lissabon zahlen muss, sei "einer der besten Trainer der Welt, ein Madridista", sagte der bis 2030 gewählte Pérez, der die Position erstmals von 2000 bis 2006 bekleidet hatte.
Mit Namen von Weltstars um sich geworfen
In seiner ersten Amtszeit hatte Pérez aus Real die "Galaktischen" geformt und Spieler wie Luís Figo, Zinédine Zidane, Ronaldo oder David Beckham geholt. Im Vorfeld der Wiederwahl hatte er nun erneut den Begriff "Galácticos" verwendet und angekündigt, 150 Millionen in die Verpflichtung eines Topstars zu investieren. Damit sei Olise gemeint, waren sich unter anderem der "Telegraph" und "AS" sicher.
Alles nur heiße Luft? Auch Gegenkandidat Riquelme hatte schließlich im Wahlkampf wahllos mit großen Namen um sich geworfen, von Erling Haaland bis Jürgen Klopp. Fest steht: Nach zwei titellosen Jahren muss Real liefern, um den ewigen Rivalen FC Barcelona mit Trainer Hansi Flick wieder vom Thron zu stürzen.
Pérez jedenfalls denkt groß. "Wir werden hart arbeiten, bis wir am Ende zum 16. Mal die Champions League gewinnen", sagte er in seiner Rede, die Arbeit am Kader beginne sofort. Namen nannte er nicht - auch nicht den von Olise. Muss er aber auch gar nicht, findet auch Uli Hoeneß. "Der kann fünf Augen auf Olise werfen, der kriegt ihn nicht", hatte Bayerns Ehrenpräsident erst im Mai bei Sky in Richtung von Mourinho gesagt. Nicht einmal für 200 Millionen werde Bayern den Flügelspieler abgeben. Klingt ganz so, als ob noch viel Arbeit auf Florentino Pérez wartet.





