Fußball

Kovac mosert, ein Boss schwärmt US-Trip des FC Bayern begeistert nicht alle

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Bayern-Trainer Niko Kovac muss die Saisonvorbereitung mit seinen Spielern ab Montag in den USA fortsetzen. Richtig euphorisch macht ihn das nicht.

(Foto: imago images / eu-images)

Über Sinn und Unsinn der anstehenden USA-Reise geht die Meinung beim FC Bayern weit auseinander. Coach Kovac findet den Trip eher lästig, fürchtet um eine gute Vorbereitung. Bayern-Boss Rummenigge schwärmt derweil und redet etwaige Strapazen einfach klein.

Trainer Niko Kovac spricht von "erschwerten Bedingungen" in der Vorbereitung, doch Karl-Heinz Rummenigge will davon nichts wissen. "Es gibt keine Alternative zu diesen Reisen", sagt der Vorstandschef des FC Bayern zum zehntägigen US-Trip des deutschen Rekordmeisters ab Montag: "Ich sehe die Vorbereitung in keinster Weise belastet. Ganz im Gegenteil: Unsere Spieler mögen solche Reisen."

Außerdem müsse sich der FC Bayern als "globale Marke" in den USA und wie in der Vergangenheit auch schon in Fernost präsentieren. "Das sind Märkte, die jetzt schon wichtig sind und noch wichtiger werden", betont Rummenigge: "Wachstumsmärkte sind exklusiv in Amerika und Asien, speziell in China. Wir müssen uns da zeigen." Die US-Tour sei "top organisiert", von einer Strapaze könne keine Rede sein.

"Spagat ist nicht so schwierig"

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Bei Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge prallt jede Kritik an der USA-Reise ab.

(Foto: imago images / Lackovic)

Auch die von Präsident Uli Hoeneß einst geäußerte Sorge, wonach die Münchner für jeden neuen Fan in Übersee einen zu Hause verlieren könnten, weist Rummenigge zurück. "Der Spagat ist nicht so schwierig", sagt er. Die Fans hierzulande hätten "totales Verständnis" für die Aktivitäten, die auch im Interesse heimischer wie ausländischer Sponsoren lägen. "Unser Spruch 'In Bayern daheim, in der Welt zu Hause' hat immer noch Gültigkeit", ergänzt Rummenigge: "Wir gewinnen sogar weltweit Fans dazu."

Kovac aber ist kein Fan des Trips. Zwölf Stunden Flug nach Los Angeles, neun Stunden Zeitunterschied, wenig Zeit für Training und teilweise brütende Hitze in den Spielorten Carson, Houston und Kansas City - das ist alles andere als optimal. "Es wird sicherlich 'ne spannende Reise", sagt Thomas Müller, "wo wir aber sicherlich auch versuchen müssen, ein paar Einheiten einzulegen."

Jugendspieler füllen Kader auf

Kovac strebt eine "optimale Trainingssteuerung" an. Mit Blick auf die Testspiele gegen den FC Arsenal (18. Juli, 5.00 Uhr), Real Madrid (21. Juli, 2.00 Uhr) und den AC Mailand (24. Juli, 3.00 Uhr/alle MESZ, Sport1 und DAZN) betont er: "Die Ergebnisse sind sekundär." Um die 17 Profis um Kapitän Manuel Neuer nicht zu sehr zu belasten, nimmt Kovac acht U19-Spieler mit. Rekordeinkauf Lucas Hernandez setzt sein Reha-Programm in München fort.

Seine Kollegen haben in Amerika unter dem Motto "Visiting Friends" (Freunde besuchen) auch abseits des Rasens ein pralles Programm. Neben diversen Marketing-Terminen und einem Ausflug ins Space Center der Nasa in Houston steht ein Besuch des Holocaust-Museums in LA an. Der Rekordmeister eröffnet dort eine Ausstellung zu seinem langjährigen Präsidenten Kurt Landauer. "Der FC Bayern steht gegen Rassismus, gegen Gewalt - für Offenheit, für Toleranz", sagt Rummenigge, "wir wollen hier Klartext reden. Wir sind ein weltoffener Verein. Es ist unsere Aufgabe, für diese Werte einzutreten." Überall auf der Welt.

Belastung oder willkommene Abwechslung - die Planungen für die nächste längere Reise im Sommer 2020 laufen bereits. Nach zwei Jahren in den USA wird sie "wohl wieder nach China gehen", sagt Rummenigge.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid