Remis bei Atlético Madrid Unbesiegbares Arsenal trotzt VAR-Frust und dem Fehlen von Havertz

Der FC Arsenal geht durch einen Elfmeter in Führung, Atlético Madrid gleicht per Elfmeter aus. Der dritte Strafstoß hätte das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League entscheiden können, aber der Schiedsrichter zieht ihn nach VAR-Eingriff zurück - sehr zur Freude der Madrider Fans im Tollhaus Metropolitano.
Der FC Arsenal hat sich auch ohne den verletzten Kai Havertz eine gute Ausgangsposition für den Einzug ins Finale der Champions League verschafft. Im Stimmungstempel von Atlético Madrid retteten die weiter ungeschlagenen Londoner ein 1:1 (1:0) gegen die Mannschaft von Diego Simeone. Das Rückspiel findet am kommenden Dienstag in London statt.
24 Stunden nach dem irren Tor-Spektakel von Paris zwischen PSG und dem FC Bayern (5:4) sorgten zwei Elfmeter für das Ergebnis: Aufseiten der Londoner traf Viktor Gyökeres in der 44. Minute. Für die Madrilenen erzielte der überragende argentinische Fußball-Weltmeister Julián Álvarez den Ausgleich (56.).
Für die größte Aufregung sorgte ein Pfiff von Schiedsrichter Danny Makkelie in der 78. Minute - erneuter Strafstoß für Arsenal. Erneut war es David Hancko, der seinen Gegenspieler zu Fall gebracht hatte, diesmal den eingewechselten Eberechi Eze. Wütende Proteste der Madrilenen und ihrer lautstarken Fans folgten, der niederländische Unparteiische ging nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter zum Bildschirm. Nach eingehender Ansicht nahm er den Elfmeter zurück.
Arsenal-Trainer Mikel Arteta sagte nach dem Abpfiff bei TNT: "Ich verstehe nicht, warum die Elfmeterentscheidung beim zweiten Tor aufgehoben wurde. Das war regelwidrig, und ich verstehe es nicht. Ich bin sehr verärgert. Es gab eindeutig Kontakt; er trifft die Entscheidung, und man kann sie nicht aufheben, wenn man sich die Szene 13 Mal ansehen muss."
Duell der Sehnsüchtigen
Beide Teams gewannen noch nie die Champions League, entsprechend riesig sind die Sehnsüchte. Allen voran bei Atlético-Idol Antoine Griezmann. Vor seinem 97. Champions-League-Spiel für die Madrilenen wirkte der Ex-Weltmeister aus Frankreich angespannt. Nicht ohne Grund: Es war Griezmanns letztes Europapokal-Heimspiel für seinen Herzensklub. Der 35-Jährige wird im Sommer nach Orlando in die USA wechseln.
Vom dribbel- und passstarken Angreifer ging aber zunächst nicht die große Gefahr aus. Von seinen Mitspielern auch nicht - ein Schuss von Álvarez (14.) mal ausgenommen, bei dem sich Arsenal-Keeper David Raya mächtig strecken musste.
Die Gäste aus London, bei denen Havertz Berichten zufolge nicht mal die Reise nach Madrid mit angetreten hatte, ließen nicht viel zu und blieben ihrerseits offensiv gefährlich. So wie kurz vor der Pause, als Gyökeres nach einem Zweikampf gegen David Hancko zu Boden ging - Elfmeter, auch nach VAR-Entscheid. Begleitet von einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert wuchtete Gyökeres den Ball ins Tor.
Arsenal hat noch richtig viel zu verlieren
Einen Lauf hatten beide Teams vor dem Spiel in Madrid nicht. Altético verlor vier der vergangenen fünf Partien, darunter auch das Finale der Copa del Rey. In der Liga hat Simeones Team als Vierter 25 Punkte Rückstand auf den FC Barcelona. Doch auch Arsenal hat viel zu verlieren. In der Premier League duelliert sich das zuvor klar führende Team mittlerweile mit Manchester City um den Titel. Und auch in Madrid konnten die Gunners den Vorsprung nicht verteidigen. Der Treffer fiel ebenfalls vom Elfmeterpunkt.
Nach VAR-Entscheidung wurde ein Handspiel von Ben White geahndet. Álvarez wuchtete den Ball ins Tor. Kurz danach traf Griezmann mit einem feinen Schlenzer die Latte. Atlético war nun am Drücker mit der Wucht der Fans im Rücken. Und dann das: Zuerst musste Álvarez verletzt raus, dann entschied Schiedsrichter Danny Makkelie aus den Niederlanden auf Elfmeter für Arsenal. Doch diesmal nahm er die Entscheidung nach Ansicht der Videobilder zurück. Es blieb beim Remis.