"Alles auf den Prüfstand"VW droht abstiegsbedrohtem VfL Wolfsburg mit Sparkurs

Noch neun Spieltage bleiben dem VfL Wolfsburg, um den größtmöglichen Schaden zu verhindern: den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Beim Gesellschafter, dem VW-Konzern, herrscht derzeit ein massives Sparprogramm. Auch bei dem Werksklub könnte das zu Konsequenzen führen.
Volkswagen-Chef Oliver Blume schließt angesichts der wirtschaftlichen Situation auch Konsequenzen für den Bundesligisten VfL Wolfsburg nicht aus. "Wir werden alles auf den Prüfstand stellen", erklärte der Vorstandschef bei ntv zur Lage des abstiegsbedrohten Bundesligisten. "Und ich denke, das ist nur gerecht, so was so was zu machen."
VW als Gesellschafter und Geldgeber des VfL durchläuft aktuell ein massives Sparprogramm. Bis 2030 sollen im Gesamtkonzern Zehntausende Stellen gekürzt werden. Alleine bei der Kernmarke VW sollen 35.000 Jobs wegfallen. Im vergangenen Jahr war der Gewinn des Konzerns um rund 50 Prozent eingebrochen, wie das Unternehmen am Dienstag mitgeteilt hatte.
Wirtschaftlich erfolgreiche Kennziffern kann der Bundesligist ebenfalls seit Jahren kaum mehr aufweisen. Seit der Saison 2015/2016 häufte der Werksklub ein Transferminus von 170 Millionen Euro an, wie aus den Daten der Deutschen Fußball Liga (DFL) hervorgeht. Zwischen den Saisons 2018/2019 und 2023/2024 erzielte der Verein im Gesamtergebnis einen Verlust von 93,5 Millionen Euro. Dieser wurde durch den Volkswagen-Konzern als Gesellschafter ausgeglichen.
Sollte es für den Klub aus der Autostadt am Ende der Saison ins Bundesliga-Unterhaus gehen, könnte das erhebliche Folgen haben. Man werde sich "natürlich ganz genau die Karten legen", so Blume. Noch hat der Tabellen-17. neun Spieltage, um den Abstieg zu vermeiden. Gleichzeitig bekannte sich der Manager auch zu dem mit einem der teuersten Kader der Liga ausgestatteten Verein. "Der VfL Wolfsburg ist ein Volkswagen-Klub und wird es in Zukunft auch bleiben."
Nach zuletzt acht sieglosen Liga-Spielen hatte sich der VfL am Sonntag von Cheftrainer Daniel Bauer getrennt. Nun soll dort Trainer-Legende Dieter Hecking, der 2015 mit dem Verein den DFB-Pokal gewann, den endgültigen Niedergang verhindern. Seit dem Aufstieg 1997 sind die Wolfsburger durchgehend in der Bundesliga vertreten.